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	<title>Hoch Tirol Blog</title>
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	<description>Freiheit für Südtirol - Für ein vereintes Tirol</description>
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		<title>Vor 50 Jahren: Folterungen in Südtirol</title>
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		<pubDate>Wed, 20 Jul 2011 23:02:50 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Dokumentation: Südtirol vor 50 Jahren -  unmenschliches Folterland „‘Ich bin seit dem Juli 1961 auf dem linken Auge fast blind‘, erzählt ein ehemaliges BAS-Mitglied heute. Auch ihm wurde diese Behandlung zuteil. Die zwei Meter vor seinen Augen aufgestellten Lampen trockneten ihm die Hornhaut des linken Auges aus. ‚Seitdem sehe ich nur mehr einen weißen Schleier.‘ [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=hochtirol.wordpress.com&amp;blog=8881362&amp;post=867&amp;subd=hochtirol&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_868" class="wp-caption aligncenter" style="width: 460px"><a href="http://hochtirol.files.wordpress.com/2011/07/anton-gostner-zu-tode-gefoltert.jpg"><img class="size-full wp-image-868" title="Anton Gostner zu Tode gefoltert" src="http://hochtirol.files.wordpress.com/2011/07/anton-gostner-zu-tode-gefoltert.jpg?w=450&#038;h=521" alt="Anton Gostner zu Tode gefoltert" width="450" height="521" /></a><p class="wp-caption-text">Anton Gostner zu Tode gefoltert</p></div>
<p><strong><span style="text-decoration:underline;">Dokumentation: Südtirol vor 50 Jahren -  unmenschliches Folterland </span></strong></p>
<p><em>„‘Ich bin seit dem Juli 1961 auf dem linken Auge fast blind‘, erzählt ein ehemaliges BAS-Mitglied heute. Auch ihm wurde diese Behandlung zuteil. Die zwei Meter vor seinen Augen aufgestellten Lampen trockneten ihm die Hornhaut des linken Auges aus. ‚Seitdem sehe ich nur mehr einen weißen Schleier.‘ Dass das rechte Auge gerettet wurde, verdankt er dem Umstand, dass während der –zig Verhöre, denen er unterzogen wurde, die rechte Lampe ausgeschaltet wurde.“</em></p>
<p>Christoph Franceschini: „30 Jahre Feuernacht: Unsere Waffe ist der Sprengstoff und die Nacht“, Folge III,  „FF“-Magazin 26/91, S. 44)</p>
<p><strong><span style="text-decoration:underline;">2011: Leugnung der Tatsachen</span></strong></p>
<p>Der mit den Stimmen der Südtiroler Volkspartei (SVP) zum Südtiroler <strong>Landtagspräsidenten</strong> bestellte ehemalige Neofaschist und jetzige Landtagsabgeordnete der Berlusconi-Regierungspartei PdL., <strong>Mauro Minniti</strong>, hatte noch im Jahre 2008 in seinem Buch Martiri invisibili. Gli anni del terrorismo in Alto Adige“ („Unsichtbare Märtyrer. Die Jahre des Terrorismus in Alto Adige“) behauptet, Folterungen von Südtiroler Häftlingen habe es nie gegeben. Diese Behauptung hatte er auf seiner Internetseite wiederholt. Durch den mit deutschen Abgeordnetenstimmen zugeschanzten lukrativen Posten des Landtagspräsidenten offenbar einsichtiger gemacht, hatte sich Mauro Minniti dann am 28. Juni 2011 <strong>im Südtiroler Landtag entschuldigt</strong> und erklärt sich, es gebe klare Beweise für die Misshandlungen.</p>
<p>So weit, so gut.</p>
<p><strong>Landtagspräsident Mauro Minniti und Möchtegern-Politiker Alessandro Bertoldi</strong></p>
<p><span id="more-867"></span></p>
<p>Das empörte jedoch den Koordinator der Südtiroler Jugendorganisation des PDL, <strong>Alessandro Bertoldi</strong>. Dieser 17jährige Möchtegern-Politiker fand die Entschuldigung seines erwachsenen Parteikollegen Minniti geradezu <em>„ekelerregend“</em> und erklärte am 29. Juni 2011 auf seiner Internetseite <span style="text-decoration:underline;">http://aleberto.wordpress.com</span> unter der Überschrift</p>
<h2><a title="blocked::http://aleberto.wordpress.com/2011/06/29/bertoldi-pdl-i-terroristi-sudtirolesi-malmenati-negli-anni-60-se-e-vero-e-stato-troppo-poco/<br />
Link Permanente a Bertoldi (PdL): “I terroristi sudtirolesi malmenati negli anni ’60, se è vero, è stato &#8220; href=&#8220;http://aleberto.wordpress.com/2011/06/29/bertoldi-pdl-i-terroristi-sudtirolesi-malmenati-negli-anni-60-se-e-vero-e-stato-troppo-poco/&#8220;>Bertoldi (PdL): “I terroristi sudtirolesi malmenati negli anni ’60, se è vero, è stato troppo poco!”</a><em> </em><em>“Bertoldi (PdL): „Die in den 60er Jahren misshandelten Südtiroler, wenn es wahr ist, dann ist es viel zu wenig gewesen!</em></h2>
<p>dazu:</p>
<p><em><strong>„In Anbetracht der Umstände und dessen, was die Terroristen in jenen Jahren taten, waren die “Folterungen”, deren “Opfer” sie wurden, nur wenige und immer viel zu wenige. Dies angesichts dessen, dass sie in der Folge und bis heute für das, was sie getan hatten, nicht gesühnt und keinen einzigen Tag ihrer gerichtlichen Strafe im Gefängnis verbüßt haben.“</strong></em></p>
<p>Dazu ist eigentlich nicht viel zu sagen, außer dass Jung-Alessandros Eltern, die italienische Schule und die italienische Publizistik in Südtirol in der Vermittlung der Zeitgeschichte phänomenal versagt und das Feld üblen nationalistischen Propagandisten überlassen haben. Der junge Alessandro ist &#8211; mit Ausnahme seiner Präpotenz &#8211; nämlich kein Einzelfall, wie die Auftritte zahlreicher junger Neofaschisten Südtirols beweisen.</p>
<p><strong><span style="text-decoration:underline;">Bozner Justiz: Mithilfe eines Gummi- „Schmähungsparagrafen“ und mit Unterstützung der Staatsregierung gegen die Wahrheit</span></strong></p>
<p>Wesentlich schlimmer als das Fehlverhalten eines unreifen und wohl fehlinformierten Jugendlichen ist jedoch das Verhalten des <strong>Bozner Staatsanwaltes </strong></p>
<p><strong>Der Bozner Staatsanwalt Guido Rispoli, der Justizminister Alfano (links im Bild zusammen mit Regierungschef Berlusconi) und der ehemalige MSI-Neofaschist und jetzige Verteidigungsminister La Russa: Eines Sinnes bei der gerichtlichen Verfolgung der Wahrheit!</strong></p>
<p><strong>Dr. Guido Rispoli</strong>, welcher beabsichtigt, mithilfe <strong>eines Gummiparagrafen, des Artikels 290 des italienischen Strafgesetzbuches,</strong> gegen die Landtagsabgeordneten <strong>Dr. Eva Klotz und Sven Knoll</strong> sowie gegen weitere Exponenten der Südtiroler Partei <strong>„Süd-Tiroler Freiheit“</strong> vorzugehen. Nach dem Artikel 290 kann mit einer hohen Geldstrafe belegt werden, wer <em><strong>„die Streitkräfte des Staates schmäht“</strong></em></p>
<p><strong>Die Landtagsabgeordneten der „Süd-Tiroler Freiheit“ Dr. Eva Klotz (und Sven Knoll.</strong></p>
<p>Grund: Die Südtiroler Freiheit hat mit diesem Plakat, auf welchem eine Carabinieri-Mütze neben einer Blutlache abgebildet ist, an die <strong>Folterung wehrloser Häftlinge durch die Carabinieri</strong> nach der Feuernacht erinnert.</p>
<p><strong>Auch die bereits vom italienischen Justizminister Angelino Alfano und dem ehemaligen MSI-Neofaschisten und jetzigen italienischen Verteidigungsminister Ignazio La Russa genehmigte und gutgeheißene Aktion des Bozner Staatsanwaltes unterstellt, dass es keine Folterungen gegeben habe.</strong></p>
<p><strong>Umso wichtiger ist es, der Unwissenheit über die Zeitgeschichte „sine ira et studio“ &#8211; ohne Zorn und Eifer &#8211; gelassen mit der Vermittlung sachlicher Information entgegen zu treten. </strong></p>
<p><strong><span style="text-decoration:underline;">Folterungen &#8211; Folge 1: Wie eine Lawine</span></strong></p>
<p>Nach der Feuernacht hatten die italienischen Fahnder zunächst ziellos im Nebel gestochert. Nach einem gezielten Hinweis eines deutschen „Alto Adige“-Journalisten verhafteten die Carabinieri am 10. Juli 1961 den 39jährigen <strong>Franz Muther</strong> aus Laas im Vinschgau.</p>
<p>Was in der Carabinieri-Kaserne in Meran mit ihm geschah, hat er am 3. November 1961 in einem Brief an die Landesleitung der Südtiroler Volkspartei geschildert.</p>
<p>Hier ein Auszug aus <strong>Muthers Leidensbericht</strong>:</p>
<p><em><strong>„Ich mußte die Hände hochhalten, dann schlug er mir mit einem Eisenstäbchen mir auf den Finger. Garzolla rufte dann nach einem gewissen Lungo, dies war ein großer kräftiger Mann, und gab ihn den Befehl mich abzuführen zur, ‚cura speciale‘, wie er sich ausdrückte. Ich wurde wiederum in einem anderem Zimmer gebracht, mit dem Rücken gegen eine Wand gestellt, und von zwei kleine Scheinwerfern, welche auf Augenhöhe, 80 cm. vor mir aufgestellt wurden angestrahlt. Nach kurzer Zeit, als meine Augen genügend geblendet waren, wurde ich in die Mitte des Zimmers gezogen, um mich herum standen ungefähr 6 &#8211; 8 Mann in Zivilkleidung und einer in Uniform. Jener in Uniform ging auf mich zu, verhönte, beschimpfte und drohte mich auf das schärfste, dann auf einmal, fasste er mich an die Brust, riss mir das Hemd runter und zugleich Haare aus der Brust. Dann schlug er mit der Faust auf meine Schedeldeke los, zugleich schlug der Lungo an der Seite meines Kopfes, besonders aufs linke Ohr, wo ich heute noch immer Schmerzen habe, und auch schlecht höre. Von anderen erhielt ich Fußtritte im Unterleib, ich konnte nicht mehr sehen mir wurde schwarz vor den Augen. Nach einiger Zeit, wurde ich wiederum mit dem Rücken gegen eine Wand gestellt. Diesmal brachten sie einen großen Scheinwerfer, welcher wieder auf Augenhöhe 60 &#8211; 80 cm. vor mir aufgebaut wurde, ich mußte in die Mitte des Lichtkegel schauen. Jedesmal, wenn mir vor Schmerz die Augen zufielen, erhielt ich Stöße in alle Körperteile, besonders Fußtritte an den Schienbeinen, am rechten Bein sind heute noch die Narben zu sehen. Dieses Bein war längere Zeit angeschwollen und ganz gelb. Diese Tortur vor dem gr. Scheinwerfer dauerte 5 &#8211; 6 Stunden ununterbrochen, ich glaubte wahnsinnig zu werden. Meine Bitte um Wasser wurde hönisch verneint. Als endlich der Scheinwerfer abgeschaltet wurde, glaubte ich, das Augenlicht verloren zu haben, da ich einige Zeit nicht mehr sehen konnte. Ich war am ganzen Körper nass von Schweiß, besonders im Kopf. Ich wurde in die Mitte des Zimmers auf einen Stuhl gebracht, es war ein fürchterlichs Zugluft, da Fenster und Tür offen waren. Gazolla drohte mir auch 20 Kg. Gewichte an die Geschlechtsteile hängen zu lassen. Ein anderer sagte mir, jetzt würde man meine Frau holen, die wird man schon zum sprechen bringen. Es war nicht mehr auszuhalten, der Gedanke, daß man jetzt auch noch eine unschuldige Frau auf solche Weise, wofür es für einen zivilisierten Menschen keinen Ausdruck mehr gibt, verhört werden soll, war für mich furchtbar. Ja, zuzumuten war es ihnen ohne weiteres, habe es doch am eigenen Leid erfahren, und wo nun einmal die moralische Vernunft versagt, der Haß überhand bekommt, dort beginnen die Wahnsinnstaten.</strong></em></p>
<p><em><strong>Ich hatte auch ganz roten Urin, auch zwei 2 &#8211; 3 Tage noch im Bozner-Gefängnis, wo ich am Sonntag, den 17. Juni eingeliefert wurde.</strong></em></p>
<p><em><strong>Wegen Platzmangel möchte ich davon absehen, die Ausdrücke, welche man mir gegenüber, gegen, gegen unsere Volksvertreter und das ganze Deutsche Volk gebrauchte davon absehen. Jedoch sei eines erwehnt, daß jener in Uniform mich anschrie, voi tutti porchi Crucki di Detedescki si dofrebe impicare.“</strong></em> (Sinngemäß: „Euch deutsche Schweine müsste man alle aufhängen“)</p>
<p><em><strong>Ja, und dies alles in einer Zeit wo man an einem vereinten Europa denkt. In diesem Sinne habe ich auch anfang Oktober eine Anzeige wegen der Mißhandlung an die Staatsanwaltschaft von Bozen gemacht. Nachdem ich aber bis heute nichts davon gehört habe, befürchte ich, daß man alles vertuschen will. Nachdem ich seelisch, moralisch und körperlich vollkommen zerschlagen war, kann ich mich nicht mehr erinnern, was ich bei den Carabinieri, so wie auch beim Staatsanwalt Dr. Castellano aussagte und u. unterschrieb. Die hier angeführten Mißhandlungen entsprechen voll und ganz der Wahrheit. Ich möchte Sie aufrichtig bitten, das Sie alles daransetzen, um weitere solche an das Südtiroler-Volk zu vermeiden. Es wäre noch viel zu sagen aber ich habe kein Papier mehr.</strong></em></p>
<p><em><strong>Es zeichnet hochachtungsvoll</strong></em></p>
<p><em><strong>Franz Muther, Laas“</strong></em></p>
<p>(Wörtliche Wiedergabe des Originalbriefes. SVP-Archivalien, Landesarchiv Bozen)</p>
<p>Muthers Mitgefangener <strong>Luis Steinegger</strong> berichtete später: <em><strong>„Noch zwei Monate nach seiner Folterung floß Blut und Eiter aus seinen Ohren.“</strong></em><em> </em>(Schützenkompanie Laas (Hrsg.): „Laaser Schützenbuch“, Auer 2001, S 201)</p>
<p>Als Muthers Frau Hanna ihn im Gefängnis besuchen durfte, nahm sie einen Sack Wäsche aus dem Gefängnis zum Waschen nach Hause mit. Was sie sehen musste, als sie die Wäsche auspackte, schildert Wilfried, der Sohn ihrer Schwester Berta: <em><strong>„Auf der Brustseite war ein großer dunkler Fleck Blut. Ihre Augen füllten sich mit Tränen, sie setzte sich und schluchzte. Nun wussten wir, was gemunkelt wurde. Töt wurde geschlagen.“</strong></em> (Bericht in: „Laaser Schützenbuch“, a.a.O., S. 195)</p>
<p>Als Franz Muther  in Ketten zur Mailänder Gerichtsverhandlung gebracht wurde, musste er wollene Ohrenschützer tragen. Noch immer tat ihm jeder Luftzug weh. In  Mailand wurde er am 16. Juli 1964 zu 9 Jahren und 5 Monaten Kerker verurteilt.</p>
<p><strong><span style="text-decoration:underline;">Die prämiierte Arbeitsamkeit der Folterer</span></strong></p>
<p>Muthers Folterer erhielten keine Strafe, sie erhielten am 22. Jänner 1962 im Hauptquartier der Carabinieri-Legion in Bozen durch den <strong>Carabinieri-General Giovanni Celi</strong> <em><strong>„feierliche Belobigungen“</strong></em> und Geldprämien, weil sie sich <em><strong>„durch ihren Geist der Initiative, der Arbeitsamkeit und der Fähigkeit ausgezeichnet haben.“</strong></em><strong> </strong>(„L’Adige“, Trient, 23. Jänner 1962)</p>
<p><strong><span style="text-decoration:underline;">Wie eine Lawine&#8230;</span></strong></p>
<p>Es blieb aber nicht bei der Folterung Franz Muthers. Nachdem die Folterer ihm die Namen von Mitverschworenen entrissen hatten, kamen die nächsten Südtiroler an die Reihe.</p>
<p><em>Sepp Mitterhofer aus Meran-Obermais erinnert sich:</em></p>
<p><em>Sepp Mitterhofer im Gefängnis von Trient in Haft (dort war er endlich sicher vor Folterungen) &#8211; und auf dem Tiroler Landesfestzug 2009 in Innsbruck.</em></p>
<p><em>„Damit nahm das Verhängnis seinen Lauf. &#8230; Wie eine Lawine brach nun die Verhaftungswelle vom Vinschgau herunter, durchs Etschtal hinunter bis Salurn, hinaus ins Eisack- und Pustertal über uns herein. </em></p>
<p><em>Franz Muther wurde nach seiner Verhaftung so brutal mißhandelt. daß ich ihn kaum wiedererkannte, als er mir nach meiner Verhaftung gegenübergestellt wurde&#8230;.  </em></p>
<p><em>Am 15.Juli gegen Abend wurde ich abgeholt&#8230;  Als wir im Hof der Kaserne ankamen, bekam ich vom Schläger einen Fußtritt, daß ich durch die Tür ins Haus hineinflog. Die folgenden Tage und Nächte waren grausam: 60 Stunden ohne Essen, Trinken und Schlaf Die meiste Zeit in Habt-acht-Stellung und zeitweise mit erhobenen Händen. Ließen wir die Arme aus Erschöpfung sinken, wurde sofort mit dem Gewehrkolben auf uns eingeschlagen. Dazwischen wurden wir einzeln zur Sonderbehandlung in einen geschlossenen Raum gebracht. Das Radio wurde auf volle Lautstärke aufgedreht. damit die Schreie der Gefolterten nicht nach außen drangen. </em></p>
<p><em>Wenn man in diesem Augenblick so allein und verlassen, zum Teil nackt 8-10 Carabinieri gegenüberstand, die einen aufs Übelste verhöhnten und schlugen, wie einen Spielball im Raum hin- und herstießen, die Haare ausrissen, oder mit voller Bekleidung bei der damaligen Sommerhitze stundenlang vor die Quarzlampe stellten, bis man fast erblindet war und das Hemd durch den Schweiß am Körper klebte, dann kam man sich vor wie ein armseliger, elender Wurm, auf dem die halbe Menschheit herum trampelt.</em></p>
<p><em> Sie hatten es verstanden, uns körperlich zu quälen, durch die Folterungen die Menschenwürde zu schänden, durch die Verhöhnungen uns seelisch fertig zu machen und durch die ausgefallensten Methoden den Willen zu brechen. Dazu gehörte auch die berüchtigte ‚casetta‘ kombiniert mit dem Einschütten von Säure in den Mund, die Behandlung mit Strom, das Anhängen von Gewichten an den Geschlechtsteilen, das Einstreichen von Menschenkot in den Mund, um nur einige zu nennen &#8230; Das Schlimmste war fast der Durst; es herrschte eine unvorstellbare Hitze und wir durften die Jacken nicht ausziehen. Vor meinen Augen ließen sie das Wasser von der Flasche in den Becher plätschern und lockten damit, ohne daß ich jedoch auch nur einen Tropfen erhielt. Am zweiten Tag gab ich eine Sprengung zu, am dritten Tag zeigte ich ihnen mein Sprengstoffversteck und die Pistole. Ich erinnere mich noch gut: Wir fuhren im Auto zu meinem Haus, ich war mit Handschellen gefesselt, umgeben von drei Begleitern die die entsicherten Pistolen in den Händen hielten. Am hinteren Hauseingang begegneten wir meinem 77jährigen Vater. Als er mich in diesem Zustand sah, lehnte er sich an die Wand und fing an zu weinen; dieser Anblick hat mir fast das Herz zerrissen. Zum Glück war meine schwangere Frau mit unserem zweijährigen Sohn nicht zu Hause, so hat sie mich in diesem armseligen Zustand nicht gesehen. Im Hausinneren angekommen, sagte Hauptmann Marzollo, der Chef der Spezialeinheit, die die Verhöre durchführte: ‚Dieses schöne Gewölbe und das Haus; ich kann nicht verstehen, wieso ein junger Bauer mit Frau und Kind solche Sachen macht.‘ </em></p>
<p><em>Er hatte nicht im Geringsten begriffen worum wir kämpften. Daß wir gegen die Unterdrückung, gegen die Fremdbestimmung kämpften. Daß wir aufgestanden waren um unser Volkstum zu verteidigen und für die Freiheit unseres Landes zu kämpfen. </em></p>
<p><em>Es ist in diesem Rahmen nicht möglich, alles zu schildern, was in den Kasernen von Meran, Eppan, Neumarkt und Brixen an Grausamkeit geschehen ist. Es fällt mir heute, so viele Jahre später, noch immer schwer, über jene schrecklichen Augenblicke zu sprechen. &#8230; </em></p>
<p><em>Die diensthabenden Wachen belauschten uns zwar mit Augen und Ohren, aber da sie nur wenig deutsch verstanden, wurde doch so manches Geheimnis besprochen&#8230;. Nach mehreren Wochen gelang es mir, eine Zusammenfassung der Mißhandlungen vom mit mir inhaftierten Dr. Josef Sullmann hinauszuschmuggeln. Beim Besuch durfte mir meine Frau meinen zweijährigen Sohn über den Besuchertisch herüberreichen. Für Kinder hatten die Wachen ein weiches Herz. Der Bub hatte ein Mäntelchen mit einer Kapuze an, dort steckte ich den Brief während ich ihn liebkoste, hinein und reichte ihn anschließend wieder über den Tisch zurück.“ </em>(Wiedergegeben in: Schützenkompanie „Sepp Kerschbaumer“ Eppan<em> </em>(Hrsg.): „&#8230;grüß mir die Heimat, die ich mehr als mein Leben geliebt“ Erinnerungsschrift zum 30. Todestag von Sepp Kerschbaumer und Luis Amplatz, Eppan 1994, S. 15 ff)</p>
<p>Der herausgeschmuggelte Bericht des inhaftierten Ultener Gemeindearztes Dr. Sullmann wurde in Österreich von der <strong>„Kronen-Zeitung“</strong> veröffentlicht und machte so die Folterungen einer breiten österreichischen Öffentlichkeit bekannt.</p>
<p>Muther und Mitterhofer waren aber nicht die Einzigen, die im Juli 1961 Schreckliches erdulden mussten:</p>
<p>Am 13. Juli 1961 wurde <strong>Jörg Pircher</strong> aus Lana verhaftet, als seine Frau ihn im Gefängnis besuchen wollte, ließ man sie nicht zu ihm, gab ihr aber seine Wäsche, die voll mit getrocknetem Blut war, zum Waschen mit.</p>
<p>Ebenfalls am 13. Juli 1961 holten die Häscher <strong>Engelbert Angerer</strong> aus Laas, der &#8211; unter der Folter dem Wahnsinn nahe &#8211; <strong>seine Peiniger anflehte, ihn zu erschießen</strong>.</p>
<p>In einem aus dem Gefängnis hinaus geschmuggelten Brief an die Südtiroler Volkspartei schilderte Angerer am 13. Oktober 1961, dass er immer noch Schmerzen und Blut im Urin habe und dass die Zeichen der Schläge noch sichtbar seien.</p>
<p>Dieser Brief verschwand wie so viele andere auf Weisung Magnagos im Archiv der SVP und wurde nie der Öffentlichkeit übergeben.</p>
<p>In diesen Tagen wurden auch <strong>Paul Zangerle aus Eyrs, Franz Tappeiner aus Laas, Josef Fabi aus Burgeis, Josef Tschenett aus Lichtenberg, Johann Oberhofer aus Goldrain, Eduard Tanzer aus Laas, Siegfried Graf aus Prad, Martin Koch und Alfons Obermair aus Bozen, Luis Gutmann, Hermann Kofler, Viktor Thaler und Luis Steinegger aus Tramin, Walter Gruber aus Niederlana, Josef Anegg, Josef Orian, Hermann Anrather und Adolf Pomella aus Kurtatsch, Sepp Innerhofer aus Schenna, Norbert Gallmetzer aus Kaltern, Franz und Paul Gamper aus Vahrn, Engelbert Gostner aus St. Leonhard bei Brixen und Georg Lanz aus Terla</strong>n sowie eine Reihe weiterer Südtiroler verhaftet und schwer gefoltert.</p>
<p><strong>Anton Gostner</strong> <strong>aus St. Leonhard bei Brixen, </strong>der bereits seit Mai in Haft war, wurde wieder zu den Carabinieri überstellt und gefoltert. Er sollte an den Folgen der Misshandlungen sterben. Auch<strong> Franz Höfler aus Lana </strong>sollte die Folgen seiner Misshandlungen nicht überleben und in der Haft sterben.</p>
<p><strong>Von ihnen allen liegen im Südtiroler Landesarchiv detaillierte Folterberichte vor.</strong></p>
<p>Am 15. Juli 1961 war auch der Kopf und Gründer des „Befreiungsausschusses Südtirol“, <strong>Sepp Kerschbaumer</strong> aus Frangart an der Reihe.</p>
<p>Er berichtete bereits am 1. September 1961 in einem Brief an den Südtiroler Landeshauptmann Magnago, dass er mit Faustschlägen traktiert worden sei und bis zu 16 Stunden mit erhobenen Händen habe stehen müssen. Was er bei anderen Kameraden gesehen habe, sein einfach furchtbar gewesen. Drei von ihnen habe er gar nicht mehr erkannt.</p>
<p><em><strong>„Was ich bei anderen Kameraden sehen mußte, war einfach furchtbar. In 3 Fällen hatte ich die betreffenden einfach nicht mehr erkannt, und erkannte sie erst wieder, als sie mir ihren Namen sagten. Das so lange stehen – Hände hoch, die vielen Schläge, zum Teil auch mit einem Eisen, Fußtritten in die Schienbeine und dergleichen alle diese Mißhandlungen, machten viele Kameraden unkenntlich. </strong></em></p>
<p><em><strong>Was die bekannte ‚casetta‘ wurde der betreffende mit nacktem Körper auf dem Rücken liegend (die Kiste war zirka 40 x 60 mit dem offenen Teil obenauf) auf die Kiste gelegt, was an sich schon schmerzlich allein sein muß, und wurde ihnen dann noch Salzwasser oder weiß Gott was das war eingeschüttet. </strong></em></p>
<p><em><strong>Was ich selbst oft erlebte, war das ausgesprochen gemeine Verhalten in bezug auf das, was einem an Gemeinheiten und Vorwürfen ins Gesicht geschleudert wurde und dies alles geschah im Namen der Freiheit und der Demokratie.</strong></em></p>
<p><em><strong>Mit den besten Grüßen</strong></em></p>
<p><em><strong>Sepp Kerschbaumer“ </strong></em></p>
<p>(Wörtliche Wiedergabe des Originalbriefes. SVP-Archivalien, Landesarchiv Bozen)</p>
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		<pubDate>Thu, 09 Jun 2011 21:14:19 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Warum es zur Feuernacht kommen musste &#8211; warum kein weiteres Warten auf „friedliche Mittel“ mehr möglich war! In der rückblickenden Diskussion um den Südtiroler Freiheitskampf, der mit der Feuernacht des 11. auf den 12. Juni 1961 eingeleitet wurde, tauchen zwangsläufig in der Diskussion folgende Fragen auf: * Warum konnte das Ziel, die Weltöffentlichkeit auf das [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=hochtirol.wordpress.com&amp;blog=8881362&amp;post=858&amp;subd=hochtirol&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_859" class="wp-caption aligncenter" style="width: 452px"><a href="http://hochtirol.files.wordpress.com/2011/06/knc3bcppelsonntag-1960-in-bozen.jpg"><img class="size-large wp-image-859   " title="Knüppelsonntag 1960 in Bozen" src="http://hochtirol.files.wordpress.com/2011/06/knc3bcppelsonntag-1960-in-bozen.jpg?w=442&#038;h=332" alt="Knüppelsonntag 1960 in Bozen" width="442" height="332" /></a><p class="wp-caption-text">Knüppelsonntag 1960 in Bozen</p></div>
<p><strong><span style="text-decoration:underline;">Warum es zur Feuernacht kommen musste &#8211; warum kein weiteres Warten auf „friedliche Mittel“ mehr möglich war!</span></strong></p>
<p>In der rückblickenden Diskussion um den <strong>Südtiroler Freiheitskampf</strong>, der mit der <strong>Feuernacht </strong>des 11. auf den 12. Juni 1961 eingeleitet wurde, tauchen zwangsläufig in der Diskussion folgende</p>
<p align="center"><strong><span style="text-decoration:underline;">Fragen</span></strong></p>
<p>auf:</p>
<p><strong><span style="text-decoration:underline;">* Warum konnte das Ziel, die Weltöffentlichkeit auf das Unrecht aufmerksam zu machen, nicht durch gewaltfreie Demonstrationen erreicht werden? </span></strong></p>
<p><strong><span style="text-decoration:underline;">Antwort: </span></strong>Weil Südtirol in den Sechzigerjahren über keine großen unkontrollierbaren Ballungszentren verfügt, in denen eine Untergrundbewegung friedliche aber politisch wirksame Massenbewegungen hätte organisieren können.</p>
<p>Südtirol ist kleinräumig strukturiert und durch die Carabinieri leicht überwachbar. Diese führen in den Sechzigerjahren &#8211; seit der Faschistenzeit &#8211; in allen Ortschaften Aufzeichnungen über die politischen Gesinnungen sogar einzelner Personen und Familien. Zudem überspannt ein Netz von Spitzeln das Land.</p>
<p>Das ganze Land wird durch <strong>polizeilichen Terror faschistischen Zuschnittes</strong> geduckt gehalten. Die <strong>Justiz</strong> agiert mit der Hilfe immer <strong>gültiger Polit-Paragraphen des alten faschistischen Strafgesetzbuches</strong> &#8211; ein Unikum in Europa!</p>
<p>Angezeigt oder sogar eingesperrt wird bei jedem Anlass:</p>
<p>* Hissen der verbotenen Tiroler Fahne,</p>
<p>* Streichen von Fensterläden in den traditionellen Farben Rot-Weiß-Rot,</p>
<p>* Tragen der verbotenen Schützentracht,</p>
<p>*Zusammenstehen auf einem öffentlichen Platz und damit „Abhalten einer verbotenen Kundgebung“.</p>
<p><span id="more-858"></span></p>
<p>Die von der SVP angemeldete große Kundgebung des Jahres 1957 ist zuerst für Bozen angemeldet und wird erst nach langem Hin und Her und mehrfachen Verboten auf der <strong>weit entfernten Burg Sigmundskron</strong> genehmigt. Der Weg nach Bozen ist vorsichtshalber durch massiven Militäraufmarsch gesperrt. Trotz dieser „Entschärfung“ der Kundgebung fällt der aus römischer Sicht zu nachgiebige Polizeichef (Quästor) Renato Mazzoni in Ungnade, wird nach Treviso strafversetzt und begeht schließlich 1959 aus seelischer Depression Selbstmord.</p>
<p>In Südtirol wird die Repression wieder verschärft. Als am 20. Februar 1960 nach der Messe in der Bozner Pfarrkirche vor dem Denkmal des Freiheitskämpfers von 1809, Peter Mayr, ein Kranz niedergelegt und das Andreas-Hofer-Lied angestimmt wird, dreschen Carabinieri der Einsatzgruppe „Celere“ mit schweren Knüppeln auf die Kirchgänger ein. Einige werden verhaftet, in Ketten gelegt und vom Gericht als „Unruhestifter“ zu mehrmonatigen bedingten Haftstrafen verurteilt. Der Vorfall geht als <strong>„Knüppelsonntag“</strong> in die Geschichte ein.</p>
<p><strong>Es ist der Staat selbst, der damals das Sicherheitsventil gewaltfreier Kundgebungen und zivilen Widerstandes blockiert und damit die Explosion des Druckkessels Südtirol herbei führt. </strong></p>
<p><strong><span style="text-decoration:underline;">* Warum konnte nicht zugewartet werden, bis zu einem geeigneten Zeitpunkt eine friedliche Lösung hätte erreicht werden können?</span></strong></p>
<p><strong>Diese Frage möge der Leser anhand der nachstehenden Dokumentation selbst beantworten:</strong></p>
<p><strong><span style="text-decoration:underline;">Das Ziel der römischen Politik: Die 51 Prozent-Lösung</span></strong></p>
<p>Seit Kriegsende zielt die Politik aller römischen Regierungen darauf ab, die italienische Volksgruppe zahlenmäßig über die 50 Prozent-Marke zu heben.</p>
<p>Erreicht werden soll dieses Ziel über eine geförderte Zuwanderung von Italienern bei gleichzeitiger Diskriminierung der Südtiroler bei Arbeits- und Wohnungsvergaben. So werden junge Südtiroler zur Abwanderung ins Ausland gezwungen.</p>
<p><strong><span style="text-decoration:underline;">Der Zeitdruck: Das drohende Ausbürgerungs-Gesetz</span></strong></p>
<p><strong><span style="text-decoration:underline;">Die erste Drohung:</span></strong></p>
<p>Die machtvolle Volkskundgebung von Sigmundskron im Jahre 1957 hat der italienischen Regierungspolitik nicht die Augen geöffnet. Ganz im Gegenteil. Es wird nun ein Plan ersonnen, die Bevölkerung endgültig knebeln, mundtot machen und „Unruhestifter“ aus dem Land werfen zu können.</p>
<p>Am 25. November 1959 beschuldigt die Zeitung <strong>„L’Adige“</strong>, das <strong>offizielle Trentiner Organ der Regierungspartei „Democrazia Cristiana“, </strong>in einem Artikel die Südtiroler, durch ihre Forderungen nach einer Landesautonomie den Pariser Vertrag verletzt zu haben. Da die meisten Südtiroler aufgrund dieses Vertrages als ehemalige Deutschland-Optanten die italienische Staatsbürgerschaft zurückerhalten hätten, könne die Regierung gegen sie mit Sanktionen vorgehen, meint das regierungsnahe DC-Parteiblatt.</p>
<p><strong><span style="text-decoration:underline;">Gesetzesvorlage im Senat &#8211; Gummiparagraf zur Ausbürgerung Missliebiger</span></strong></p>
<p>Am 6. Februar 1961 bringen einige italienische Senatoren einen Gesetzesentwurf für ein  Ausbürgerungsgesetz unter dem Titel <strong><em>„Zur Ausbürgerung italienischer Staatsbürger, die sich der Republik gegenüber untreu verhalten“</em></strong> im römischen Senat ein, welches den willkürlichen Entzug der Staatsbürgerschaft von Südtirolern auf dem Verwaltungsweg ermöglichen soll. Dieses Gesetz soll alle ehemaligen Optanten betreffen und somit den überwiegenden Teil der erwachsenen Bevölkerung, die seinerzeit zu rund 86 Prozent für Deutschland optiert hatte.</p>
<p>In dem Gesetzentwurf heißt es, dass jedem ehemaligen Optanten die Staatsbürgerschaft wieder entzogen werden könne, wenn dieser <em>„Tätigkeiten ausübt, die mit den <strong>Treuepflichten</strong> gegenüber der Republik und ihren Einrichtungen unvereinbar sind.“ </em>Das ist ein willkürlich anwendbarer Gummiparagraf.</p>
<p>Die <strong>regierungsnahe römische Tageszeitung „Il Tempo“</strong> schreibt, daß bereits <strong>die Ausweisung von lediglich 10.000 <em>„nazistischen Agitatoren</em></strong><em>“</em> die Ruhe in Südtirol wieder herstellen würde. <strong>Eine Massenvertreibung von 200.000 deutschen Südtirolern sei gar nicht notwendig.</strong></p>
<p><strong><span style="text-decoration:underline;">Außenminister Dr. Kreisky: „Ist das Gesetz einmal da, ist es schon zu spät!“</span></strong></p>
<p>Am 8. Mai 1961 findet im österreichischen Bundeskanzleramt eine Südtirol-Krisensitzung statt, an der auch der Südtiroler Landeshauptmann Dr. Silvius Magnago zusammen mit anderen Südtiroler Politikern teilnimmt. <strong>Außenminister Dr. Bruno Kreisky</strong> erklärt:</p>
<p><em>„Ist das Gesetz einmal da, ist es schon zu spät!“</em> Dann betont er <em>„den Ernst dieser Frage“</em> und erklärt, er halte dies <em>„für ein furchtbar gefährliches Gesetz“</em>, durch welches Italien die Südtiroler <em>„recht- und staatenlos</em>“ machen könne. <em>„Kein Mensch wird dann noch versuchen, Funktionär zu werden. Ich halte dies auch für einen Verstoß gegen die Menschenrechte und bin der Meinung, dass man sich dies nicht gefallen lassen kann.“</em></p>
<p><strong><span style="text-decoration:underline;">Südtiroler Politiker bereits eingeschüchtert</span></strong></p>
<p>Der Südtiroler <strong>Abgeordnete zum römischen Senat, Dr. Karl Tinzl</strong>, hat bereits zu diesem Zeitpunkt Angst. In dem Protokoll der Sitzung heißt es: <em>„Senator Tinzl ersucht, diese Angelegenheit bei den Klagenfurter Verhandlungen so zur Sprache zu bringen, dass der Verdacht der Informierung nicht auf die Südtiroler Vertreter fällt.“</em></p>
<p>Der Südtiroler Landesrat Dr. Alfons Benedikter erklärt: <em>„Die Sache ist derart ernst, dass sie, unabhängig von den Autonomieverhandlungen, Gegenstand weiterer Verhandlungen sein müsste.“</em></p>
<p>Der österreichische Außenminister wünscht, dass die Vertreter Südtirols bei den kommenden Klagenfurter Verhandlungen in Klagenfurt anwesend sein sollen, um der österreichischen Verhandlungsdelegation für Rückfragen zur Verfügung zu stehen. Für die Südtiroler Politiker ist das aber laut <strong>Dr. Magnago</strong> gefährlich: <em>„Die Lage in Südtirol ist durch die Absicht der italienischen Regierung, unsere Leute recht- und staatenlos zu machen, derart gespannt, dass wir natürlich versuchen wollen, uns nicht so sehr in den Vordergrund zu drängen.“ </em></p>
<p>Magnago begründet seine Vorsicht: <em>Sie müssen verstehen, dass wir auf Grund der letzten Vorkommnisse sehr vorsichtig geworden sind. Nur zu schnell würde man uns vorwerfen, dass wir uns einer ausländischen Macht zur Verfügung stellen.“</em></p>
<p>Die Südtiroler, sagt Magnago, würden es vorziehen, sich nicht in Klagenfurt vor italienischen Augen blicken zu lassen, sie könnten jedoch an einem anderen Ort Kärntens oder Osttirols zur Verfügung stehen.</p>
<p>Bevor also das Gesetz noch überhaupt endgültig in der römischen Abgeordnetenkammer beschlossen ist, sind die Südtiroler Spitzenpolitiker bereits mehr als eingeschüchtert. Das Protokoll vermerkt, dass Außenminister Dr. Kreisky <em>„betont, dass er mit seinem Vorschlag nicht die Absicht hatte, Menschen zu gefährden, und um auf den Vorschlag des Vorredners einzugehen, meint er, dass wir auch mit Villach oder einem anderen Ort einverstanden wären.“</em> (Siehe: „Protokoll über die Südtirol-Besprechung im Bundeskanzleramt am 8. Mai 1961“, abgedruckt in: Rolf Steininger (Hrsg.): „Akten zur Südtirol-Politik 1959 &#8211; 1969“, Bd.3, Erster Halbband 1961, Innsbruck-Wien-Bozen 2007, S. 259 ff)</p>
<p>In einem weiteren „Kurzprotokoll“ über diese Besprechung werden noch einige weitere Einzelheiten genannt. Magnago bittet angesichts der von dem künftigen Ausbürgerungsgesetz ausgehenden Gefahr darum, der Öffentlichkeit nichts über eine Teilnahme der Südtiroler Politiker an dieser Besprechung mitzuteilen, <em>„damit bei Rückreise den Südtirolern keine Schwierigkeiten entstehen &#8230; und betont, dass die Teilnehmer wegen antinationaler Tätigkeit bestraft werden könnten.“ </em>(Siehe: „Südtirolbesprechung in Wien, Kurzprotokoll über die am 8. Mai 1961 in Wien stattgefundene Sitzung“, abgedruckt in: Rolf Steininger (Hrsg.): „Akten zur Südtirol-Politik 1959 &#8211; 1969“, Bd.3, Erster Halbband 1961, Innsbruck-Wien-Bozen 2007, S. 270 ff)</p>
<p><strong><span style="text-decoration:underline;">Bozen: Besorgnis und Angst in der SVP-Landesleitung</span></strong></p>
<p>Am 15. Mai 1961 tagt in Bozen die Landesleitung der „Südtiroler Volkspartei“ und befasst sich auch mit dem geplanten Ausbürgerungsgesetz. Ein Leitungsmitglied hofft, dass Rom es nicht wirklich ernst meint und die Gesetzesvorlage nur als Druckmittel verwenden wolle. Der <strong>Landtagsabgeordnete</strong> <strong>Dr. Alfons Benedikter</strong> widerspricht und erklärt, dass es sich hier um die <em>„schwerwiegendste Bestimmung“</em> aller italienischen Maßnahmen der letzten Zeit handle. <em>„Es muss alles in Bewegung gesetzt werden“</em>, sagt Benedikter, <em>„um die Sache zu verhindern. Ich bin auch der Ansicht, dass es für die Südtiroler Politiker keine produktive Arbeit mehr gibt, wenn dieses Damokles-Schwert über jedem schwebt. Es wäre dann so, dass nur mehr diejenigen frei sprechen können, die die Staatsbürgerschaft nicht im Wege der Rückoptionen bekommen haben. Der Senat hat dieses Gesetz genehmigt und es müsste erreicht werden, dass das Gesetz in der Kammer nicht durchgeht.“</em></p>
<p>Der <strong>Landeshauptmann Dr. Magnago</strong> sieht auch Handlungsbedarf gegeben: <em>„Bevor das Gesetz in die Kammer geht, muss von uns aus eine Aktion gestartet werden.“ </em>(Protokoll der Sitzung der SVP-Parteileitung in Bozen vom 15. Mai 1961, Südtiroler Landesarchiv, SVP-Akten)</p>
<p><strong><span style="text-decoration:underline;">Rom vergibt die letzte Chance auf eine friedliche Regelung &#8211; Die Verhandlungen in Klagenfurt scheitern</span></strong></p>
<p>Am <strong>25. Mai 1961</strong> bringt Außenminister Kreisky bei den <strong>Südtirol-Verhandlungen in Klagenfurt</strong> neben den Autonomie-Forderungen der Südtiroler auch das geplante <strong>Ausbürgerungs-Gesetz</strong> zur Sprache und sagt dem italienischen Außenminister Segni ins Gesicht: <em>„Die Erregung innerhalb der österreichischen und der Südtiroler Bevölkerung würde geradezu unvorstellbare Ausmaße annehmen, wenn dieses Gesetz tatsächlich beschlossen würde. Das würde bedeuten, dass Südtirolern die italienische <strong>Staatsbürgerschaft durch einen bloßen Verwaltungsakt entzogen </strong>werden könnte. Ich sage Ihnen schon heute, dass das die tragischsten Konsequenzen haben müsste &#8230; Wenn dieses Gesetz beschlossen wird, entsteht <strong>eine sehr ernste Situation</strong> &#8230; Ich sage Ihnen aber allen Ernstes, wenn dieses Gesetz zustande kommt, gibt es kein Verhandeln mehr.“ </em></p>
<p>Segni erwidert darauf ausweichend, dass für diese Frage nicht er als Außenminister zuständig sei, sondern der italienische Innenminister. Er glaube auch nicht, <em>„dass das Gesetz als Repressalie gegen Südtiroler gedacht ist.“</em> Er werde aber <em>„mit größter Aufmerksamkeit die Sache verfolgen“</em>. <strong>Auf irgendeine Festlegung in der Sache selbst lässt sich Segni nicht ein.</strong> (Siehe: Wortprotokoll der österreichisch-italienischen Verhandlungen in Klagenfurt am 25. Mai 1961, abgedruckt bei Steininger a. a. O., S. 324 ff)</p>
<p>Die Verhandlungen scheitern noch am selben Tag, weil die italienische Seite zudem auch nicht bereit ist, über eine Abänderung des bestehenden unzulänglichen Autonomiestatuts zu sprechen. Die italienische Seite erklärt, dass lediglich unwesentliche Zugeständnisse durch ein Regionalratsgesetz der Region „Trentino-Alto Adige“ denkbar seien. (Ein Regionalgesetz ist allerdings jederzeit wieder abänderbar.) Kompetenzerweiterungen zugunsten der „Provinz Bozen“ durch Staatsgesetz oder gar Verfassungsbestimmungen seien jedoch undenkbar, weil einer solchen Lösung das italienische Parlament nie zustimmen werde. (Wortprotokoll, a. a. O. S. 324 ff)</p>
<p><strong><span style="text-decoration:underline;">Die Situation duldete keinen Aufschub mehr &#8211; Der große Schlag der Feuernacht</span></strong></p>
<p>In dieser Situation beschließt der BAS in einer Beratung im schweizerischen Zernez am 1. Juni 1961den großen Schlag der „Feuernacht“ anstelle der bisherigen „Nadelstiche“ einzelner Anschläge. Man sieht keinen anderen Ausweg.</p>
<p><strong>Die Situation duldet aber auch keinen Aufschub mehr.</strong> Das geplante <strong>Ausbürgerungsgesetz</strong> ist <strong>nur einer der Gründe</strong>, aus denen heraus der BAS handeln muß. Dieses italienische Regierungsvorhaben macht aber deutlich, dass keine Zeit mehr verloren werden darf, um die Weltöffentlichkeit auf das Unhaltbare der Situation aufmerksam zu machen.</p>
<p>Der große Schlag der Feuernacht löst nun eine Reihe von Ereignissen aus: Rom reagiert auf die Anschläge mit Härte und mit unglaublichen Methoden des Terrors und der Folter. Die Welt blickt geschockt auf Südtirol. Bald werden auch erste Nachrichten über die Folterungen wehrloser politischer Häftlinge bekannt.</p>
<p><strong>Parallel zu den Repressionsmaßnahmen macht Rom aber nun ein direktes Autonomie-Verhandlungsangebot an die Südtiroler Volkspartei. </strong></p>
<p><strong><span style="text-decoration:underline;">Der Freiheitskampf erzwingt eine politische Lösung</span></strong></p>
<p>Eine politische Verhandlungslösung ist nicht mehr zu umgehen. Die westliche Welt erwartet von Italien, dass endlich vernünftige Maßnahmen gesetzt werden, um diesen <strong>Unruheherd in einem Kerngebiet des westlichen Verteidigungsbündnisses</strong> zu befrieden.</p>
<p>Nachdem noch am 4. Juli 1961 die langwierigen Autonomieverhandlungen zwischen Österreich und Italien angesichts der Halsstarrigkeit Roms mit einer österreichischen Verbalnote als völlig ergebnislos für beendet erklärt werden muss, ist bald darauf unter dem Druck der Anschläge Bewegung in die Sache geraten. Der <strong>italienische Innenminister Scelba</strong> hat direkte Verhandlungen mit der Südtiroler Volkspartei (SVP) begonnen und eine eigene Verhandlungskommission, die sogenannte <strong>19er Kommission</strong>, welcher auch der SVP-Obmann Magnago angehört, für die Suche nach einer Autonomielösung eingerichtet.</p>
<p>In einer als „geheim“ klassifizierten Denkschrift für die Nordtiroler Landesregierung und die österreichische Bundesregierung hält die <strong>Leiterin der Südtirolabteilung im Amt der Tiroler Landesregierung, Frau Dr. Viktoria Stadlmayer</strong>, am 18. August 1961, unmittelbar nach den Anschlagserien des Juni und des Juli 1961, Sensationelles fest: <strong>Von der Seite der italienischen Regierung her <em>„scheint nun die Bereitschaft zu bestehen, mit den Südtirolern nicht nur ad hoc über einzelne Punkte ihrer Forderungen zu verhandeln, sondern in dauerndem Kontakt mit ihnen Streitpunkte auszuschalten. <span style="text-decoration:underline;">Dies beweist&#8230;, dass Rom die jüngsten Vorgänge in Südtirol wesentlich ernster nimmt, als die italienische Presse vorgibt und dass sich Rom klar ist, dass mit den Massenverhaftungen der Widerstand keineswegs zerschlagen ist, sondern dadurch geradezu erst potenziert werden und sich auf Kreise ausdehnen könnte, die ihn bisher abgelehnt haben</span>.“</em></strong> (Denkschrift Viktoria Stadlmayer vom 18. 8. 1961, Tiroler Landesarchiv, Referat S, 1961)</p>
<p><strong><span style="text-decoration:underline;">Der Widerstand hat internationalen Druck auf Rom ausgelöst</span></strong></p>
<p>Auch in den USA haben die Südtiroler Widerstandshandlungen Alarmstimmung und diplomatischen Druck auf Rom ausgelöst, die Südtirolfrage politisch zu lösen und wieder Ruhe in einer <strong>geopolitischen Schlüsselzone des NATO-Bündnisses</strong> einkehren zu lassen.</p>
<p>Der „Kalte Krieg“ ist auf seinem Höhepunkt angelangt und kann jederzeit in einen „Heißen Krieg“ umschlagen. 1961 wird die Berliner Mauer gebaut und im Jahr 1962 wird die Welt mit der Kuba-Krise knapp am Dritten Weltkrieg mit dem möglichen Einsatz von Atomwaffen vorbei gehen. Im Falle eines Konfliktes mit dem Ostblock ist für die NATO der Verbindungsweg über den Brenner in den italienischen Raum unverzichtbar. <strong>Hier will man keinen Unruheherd womöglich mit Partisanentätigkeit haben. </strong></p>
<p>Am 29. August 1961 berichtet der ständige Vertreter Österreichs bei den Vereinten Nationen in New York, <strong>Franz Matsch</strong>, dass ihm der <strong>US-Botschafter bei den Vereinten Nationen, Adlai Stevenson</strong>, Folgendes erklärt habe: <em>„Er habe in Rom <strong>Herrn Fanfani</strong> </em>(Anm.: ital. Ministerpräsident)<em> und Herrn Segni </em>(Anm.: ital. Außenminister) <em>versucht klarzumachen, dass seiner persönlichen Meinung nach <strong>eine Lösung</strong> <strong>dieses einem europäischen Konzept im Wege stehenden Problems nur durch radikale entgegenkommende Maßnahmen und nicht mit halben Mitteln</strong> erzielt werden könnte, so wie er in der tunesischen Frage den Franzosen in Paris geraten habe, Bizerta zu räumen.“</em> (Franz Matsch (New York) an Bruno Kreisky (Wien), Österreichisches Staatsarchiv, Archiv der Republik, Bundesministerium für Auswärtige Angelegenheiten, II-pol, Südtirol 2 B/A Zl 30.548-Pol/61)</p>
<p>Natürlich hat die italienische Regierung den politischen Druck, der auf sie ausübt wurde, um endlich zu einer politischen Lösung zu gelangen, nie zugegeben. So etwas wird aber keine Regierung je öffentlich zugeben und es auch ihren Akten nicht anvertrauen.</p>
<p><strong><span style="text-decoration:underline;">Kreisky benützt die Anschläge argumentativ als Druckmittel</span></strong></p>
<p>Auch der österreichische Außenminister Bruno Kreisky benützt die Anschläge in Südtirol als <strong>Druckmittel</strong>, indem er beispielsweise am 6. September 1961 gegenüber <strong>James Bowker von der Britischen Botschaft in Wien</strong> erklärt, dass er sicher sei,<strong> <em>„dass die neue terroristische Aktivität in Südtirol in einem viel größeren und wilderen Maßstab, als bisher stattgefunden, geplant gewesen sei, und dass es sehr ernste Probleme geben würde, wenn nicht innerhalb der nächsten zwei Monate eine Regelung gefunden werden könne.“</em> </strong>(<em>„Dr. Kreisky was certain that new terrorist activity was being planned in the South Tyrol on a much bigger and more savage scale than what had already taken place, and that unless some settlement were reached within the next two months there would be very serious trouble.”</em>) (Bericht von James Bowker (Wien) an Evelyn Shuckburgh (Foreign Office in London) vom 11. 9. 1961, Public Records Office, FO 371/160674)</p>
<p>Bekanntlich hat Österreich damals vor der UNO eine Resolution mit einem Verhandlungsauftrag an die Streitparteien erreicht. Auch das hat den internationalen Druck auf Italien noch erhöht gehabt. In einem erläuternden <strong>Memorandum an die Vereinten Nationen</strong> vom 15. 9. 1961 verweist <strong>Österreich</strong> ausdrücklich auf die Anschläge der Südtiroler Freiheitskämpfer, die eine politische Lösung unabdingbar machen würden. <em>„Bedauerlicher Weise“</em>, so heißt es in dem österreichischen Memorandum, hätten bislang die Verhandlungen <em>„zu keinen konkreten Ergebnissen geführt &#8230; <strong>Mittlerweile hat sich die Situation an Ort und Stelle zugespitzt</strong> &#8230; In Hinblick auf die ergebnislosen Bemühungen, das Problem auf bilateraler Ebene zu lösen, und <strong>angesichts der gespannten Lage in Südtirol</strong> sieht sich die österreichische Bundesregierung als Vertragspartner des mehrfach genannten </em>(Anm.: Pariser)<em> Abkommens veranlasst und verpflichtet, die Behandlung der Frage auf der diesjährigen Generalversammlung zu beantragen.“</em> (Erläuterndes UNO-Memorandum Österreichs vom 15. 9. 1961, Österreichisches Staatsarchiv, Archiv der Republik, Bundesministerium für Auswärtige Angelegenheiten, II-pol, Südtirol 2 B/A Zl 34.057-Pol/61)</p>
<p>Der Rest ist bekannt. Immer wieder, wenn die Verhandlungen und Beratungen in der Autonomiekommission, der aus 19 Mitgliedern bestehenden „19er Kommission“, ins Stocken geraten, tragen die Anschläge der Südtiroler Freiheitskämpfer dazu bei, dass Rom seine Obstruktionsrolle wieder aufgeben muss. Am Ende steht die „Paket-Autonomie-Lösung“, die im Jahre 1969 von der Landesversammlung der Südtiroler Volkspartei (SVP) mit knapper Mehrheit angenommen wird.</p>
<p>Italien muss eine Autonomie gewähren: Pro forma bleibt die Region „Trentino-Südtirol“ zwar erhalten, jedoch erhält Südtirol als „Autonome Provinz Bozen“ eine weitgehende Landesautonomie. Die Attentatswelle hört damit auf. 1972 tritt das neue Autonomiestatut in Kraft.</p>
<p><strong><span style="text-decoration:underline;">Das Ausbürgerungsgesetz landet auf der Müllhalde der Geschichte</span></strong></p>
<p>Zwar wird am 14. Juli 1961 noch der Entwurf des neuen Staatsbürgerschaftsgesetzes auf Antrag von Senatoren der „Democrazia Cristiana“ (DC) im Senat beschlossen. Es fehlt aber für das Inkrafttreten noch die Bestätigung durch die Abgeordnetenkammer. Und zu dieser wird es nie kommen!</p>
<p><strong>Es ist jedoch klar, dass Rom nicht mit der SVP verhandeln und gleichzeitig ein Ausbürgerungsgesetz beschließen kann. Zudem blickt die Welt nach Südtirol und Rom kann es sich nun kaum mehr leisten, ein Ausbürgerungs- und Vertreibungsgesetz faschistischen Zuschnittes in Kraft treten zu lassen.</strong> <strong>Das Gesetz landet daher still und leise auf der Müllhalde der Geschichte. </strong></p>
<p><strong>Das allein ist schon die Rechtfertigung für den Freiheitskampf und die Begründung dafür, warum nicht länger gewartet und auf mildere Mittel gehofft werden konnte. </strong></p>
<p><strong><span style="text-decoration:underline;">Ohne den Freiheitskampf wäre ein formalrechtlich gedecktes Terror-Regime über Südtirol hereingebrochen</span></strong></p>
<p>Wenn das Gesetz nach dem Beschluss im Senat auch noch in der Abgeordnetenkammer bestätigt worden wäre, dann wäre ein <strong>formalrechtlich gedecktes Terror-Regime</strong> über Südtirol hereingebrochen. <strong>Jegliche Bürgerfreiheit wäre beseitigt gewesen.</strong> Die Menschen hätten unter der <strong>ständigen Drohung der Ausbürgerung</strong> leben müssen. Wahrscheinlich hätte es dann 20 Jahre gedauert, bis sich unter dem Druck der europäischen Öffentlichkeit vielleicht etwas geändert hätte.</p>
<p><strong>Südtirol wäre in dieser Zeit ein anderes Land, ein geducktes und ein italienisiertes Land geworden, so wie es auch beabsichtigt gewesen war. </strong></p>
<p><strong><span style="text-decoration:underline;">Was ist von dem Freiheitskampf geblieben?</span></strong></p>
<p>Geblieben ist das <strong>Scheitern der römischen Politik der Entrechtung, Unterwanderung und sozialen Diskriminierung der Südtirole</strong>r. Geblieben ist die Herstellung bürgerlicher Rechte mitteleuropäischen Standards für die deutsche und ladinische Volksgruppe und eine Autonomie, die freilich immer noch in Abhängigkeit zum Zentralstaat steht. <strong></strong></p>
<p><strong><span style="text-decoration:underline;">Der Freiheitskampf hat die Unterwanderung beendet</span></strong></p>
<p>Am 18.2.1964 veröffentlichen die <strong>„Volksblatt“-Journalisten Dr. Raming und Jablonka</strong> in ihrer Serie „Die Wahrheit über Südtirol“ im ÖVP-Zentralorgan „Volksblatt“ Folgendes:</p>
<p><em>,,In der Nacht der Sprengungen in Bozen liefen die erschreckten und verstörten Bewohner der italienischen Arbeiterviertel Bozens in die Zufluchtsorte der Polizei&#8230; Die Scheinerfolge der Polizei vermögen auf die Dauer die angstgepeinigte süditalienische Arbeitermasse in Südtirol nicht zu beschwichtigen. Abreisen italienischer Familien erfolgten bereits.“</em></p>
<p>Am 2. 1. 1965 schreibt der Journalist und Buchautor <strong>Dr. Karl Heinz Ritschel</strong> in den „Salzburger Nachrichten“: <em>„Im Augenblick ist die Zuwanderung faktisch total abgestoppt. Niemand will in ein Land ziehen, in welchem Bomben explodieren und heimtückische Anschläge geschehen.“</em></p>
<p>Die staatlich gelenkte Zuwanderung von Italienern hätte bei ungestörtem weiteren Verlauf zu einer italienischen Mehrheit etwa im Jahre 1971 geführt. Dies lässt sich aus den statistischen Daten lesen.</p>
<p>Der 1961 einsetzende gewaltsame Widerstand verändert aber alles. Die Südtiroler Volkszählungen zeigen einen Trend, der nicht nur auf die unterschiedlichen Alters- oder Sozialstrukturen der Volksgruppen zurückzuführen sein kann.</p>
<p><strong>Es muss neben dem Stopp der Zuwanderung sogar eine Abwanderung von Italienern eingesetzt haben. Im Jahre 1961 liegt der italienische Bevölkerungsanteil bei 34,21 Prozent, im Jahre 1971 bei 33,27 Prozent, im Jahre 1981 bei 28,7 Prozent und im Jahre 2001 bereits bei nur noch 26,47 Prozent. </strong></p>
<p><strong><span style="text-decoration:underline;">Das Verdienst der Freiheitskämpfer</span></strong></p>
<p>Der <strong>Nordtiroler Landeshauptmann Eduard Wallnöfer</strong> hat wörtlich zu dem Freiheitskämpfer und zeitweiligen <strong>BAS-Chef Prof. Dr. Günther Andergassen</strong> nach dessen Heimkehr aus italienischer Haft gesagt: <em>„Vergelt’s Gott! Wenn ös net gwesen wart’s, hättn mer net amol a Paket!“</em> Mit dem „Paket“ hat Wallnöfer das Autonomie-Paket, die Summe der ausgehandelten Autonomiebestimmungen gemeint.</p>
<p>Der <strong>Südtiroler Landeshauptmann Dr. Silvius Magnago</strong> hat in einer Fernsehdiskussion gesagt, dass es <strong>keine 19er Kommission gegeben hätte ohne die Taten der Freiheitskämpfer</strong>. Diese Kommission, in der auch Südtiroler Politiker saßen, hat das besagte „Paket“ ausgearbeitet. Magnagos Wortmeldung hat der Sender RAI Bozen erst vor kurzem, am 13. Mai 2011 in einer Wiederholung ausgestrahlt.</p>
<p>Magnago hat die Anschläge auch als einen <strong>bedeutenden Beitrag zur Erlangung der Autonomie </strong>und als einen <strong>guten und notwendigen Dienst für die Heimat</strong> bezeichnet. Er hat sogar erklärt, dass man den Attentätern ein <strong>„Danke“</strong> sagen müsse.</p>
<p>Der <strong>Südtiroler Journalist und Politiker Dr. Friedl Volgger</strong> hat folgende Bewertung des Südtiroler Widerstandes getroffen:</p>
<p><em>„Nach meiner persönlichen Bewertung hat die Feuernacht vom Herz-Jesu-Sonntag 1961 einen neuen Abschnitt in der Südtirol-Politik eingeleitet. Rom entschloss sich endlich, der Frage die gebührende Aufmerksamkeit zu widmen. <strong>Ohne die Anschläge hätte sich die Regierung nie zur Einsetzung einer Kommission</strong> aufgerafft, welche den Auftrag bekam, die Südtirol-Frage unter all ihren Gesichtspunkten zu studieren und der Regierung Vorschläge zu unterbreiten. Die Arbeiten dieser Kommission, nach der Zahl der Mitglieder 19er-Kommission genannt, bildeten den Startschuss zum neuen Autonomiestatut. Sepp <strong>Kerschbaumer, der 1964 im Gefängnis starb, und seine Kameraden haben einen wesentlichen Beitrag zur Erreichung der neuen Autonomie geleistet.“</strong> </em>(Friedl Volgger: „Mit Südtirol am Scheideweg“, Innsbruck 1984, S. 250)</p>
<p><strong><span style="text-decoration:underline;">„Los von Rom“ mit friedlichen Mitteln</span></strong></p>
<p>Auch das hat der Freiheitskampf bewirkt: Es ist heute in Südtirol möglich, mit den friedlichen Mitteln demokratischer Politik für das Menschenrecht der Selbstbestimmung einzutreten und das „Los von Rom“ zu fordern, ohne dafür ins Gefängnis gehen zu müssen. Mittlerweile können sich sogar Südtiroler Wirtschaftskreise für die Selbstbestimmung erwärmen, wie die „Südtiroler Wirtschaftszeitung“ erst unlängst in einem Leitartikel berichtet hat.</p>
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			<media:title type="html">Knüppelsonntag 1960 in Bozen</media:title>
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	</item>
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		<title>Peinlicher Historiker &#8211; Leopold Steurer</title>
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		<pubDate>Tue, 31 May 2011 21:38:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>hochtirol</dc:creator>
				<category><![CDATA[Freiheitskampf]]></category>
		<category><![CDATA[südtirol]]></category>
		<category><![CDATA[historiker]]></category>
		<category><![CDATA[leopold steurer]]></category>
		<category><![CDATA[Südtiroler Freiheitskampf]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Peinlichkeit des Jahres &#8211; Leopold Steurer im „Alto Adige“-Interview Was für ein Freiheitskampf-„Experte“ ! Am 9. Juni wird im Bozner Kolpinghaus auf einem von der Südtiroler Landesregierung/Amt für Schule und Kultur ausgerichteten „Themenabend“ zur „Feuernacht“ des Jahres 1961 der Südtiroler Lehrer und Historiker Leopold Steurer, ein Alt-68 er, als Referent „die Feuernacht aus der [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=hochtirol.wordpress.com&amp;blog=8881362&amp;post=852&amp;subd=hochtirol&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><span style="text-decoration:underline;">Die Peinlichkeit des Jahres &#8211; Leopold Steurer im „Alto Adige“-Interview<br />
</span></strong></p>
<p><strong><span style="text-decoration:underline;">Was für ein Freiheitskampf-„Experte“ !</span></strong></p>
<p>Am 9. Juni wird im Bozner Kolpinghaus auf einem von der Südtiroler Landesregierung/Amt für Schule und Kultur ausgerichteten „Themenabend“ zur „Feuernacht“ des Jahres 1961 der Südtiroler Lehrer und Historiker Leopold Steurer, ein Alt-68 er, als Referent <strong><em>„d</em></strong><strong><em>ie Feuernacht aus der Sicht der Südtiroler Minderheit“</em></strong><strong><em> </em></strong>darstellen.</p>
<p>Leopold Steurer &#8211; eine spektakuläre Fehlbesetzung</p>
<p>Es ist dies eine spektakuläre Fehlbesetzung, die wohl einen konkreten politischen Hintergrund haben muss. So naiv ist man in der Landesregierung wohl nicht, dass man nicht wüsste, mit wem man es hier zu tun hat.</p>
<p>Dem <strong>italienischen Bozner Nationalistenblatt „Alto Adige“ vom 4. Mai 2011</strong> kann man entnehmen, was für einen „Experten“ die Landesregierung sich hier für ihren amtlichen „Themenabend“ zum Thema der Feuernacht und des Freiheitskampfes am 9. Juni in Bozen eingefangen hat:</p>
<p><em>«Gli attivisti non erano sudtirolesi medi &#8211; Molti avevano un passato nazista»</em></p>
<p><strong><em>“Die Aktivisten waren keine durchschnittlichen Südtiroler &#8211; Viele von ihnen hatten eine nazistische Vergangenheit”</em></strong>.</p>
<p>So titelte der „Alto Adige“ am 4. Mai 2011 hoch erfreut unter Verwendung eines Steurer-Sagers.</p>
<p><span id="more-852"></span></p>
<p>Steurer selbst hatte sich freilich zur Zeit des Freiheitskampfes an der Universität noch mit ganz anderen Themen befasst. Ihn faszinierte damals das Terror- und Genickschussregime des „Großen Vorsitzenden Mao“, wie er selbst in einem Interview erklärt hat.</p>
<p><strong><span style="text-decoration:underline;">Das simple Geschichtsbild Steurers </span></strong></p>
<p>Jetzt aber, wo der „Rote Poldi“, wie ihn Lehrerkollegen nannten, politisch „grün“ eingefärbt ist, fühlt er sich dazu berufen, den Südtirolern das einzig richtige, das „Poldi“-Geschichtsbild über die Zeit des Freiheitskampfes zu verpassen.</p>
<p>Das klingt im „Alto Adige dann so:</p>
<p><em>„Die Dynamiter („dinamitardi“) der Sechzigerjahre ‚waren nicht repräsentativ für die Südtiroler Gesellschaft‘. Davon ist Leopold Steurer überzeugt. Die Vergangenheit von vielen von ihnen, fügt er hinzu, war stark durch den <strong>Nazismus</strong> kompromittiert. ‚Einige von Ihnen aus der Generation zwischen 1918 und 1921 waren <strong>Optanten und Freiwillige in der Wehrmacht, im Krieg dekoriert und durch das Reich indoktriniert</strong>. Und dann traten sie den Schützen bei. <strong>Der Fall des Georg Klotz ist beispielhaft</strong>. Er durchlief diese Etappen und als er die Gruppe der Schützen im Passeiertal gründete, lief diese mit Gewehren der Wehrmacht herum.‘“</em></p>
<p><strong><span style="text-decoration:underline;">Steurer sollte wissenschaftliche Literatur anderer Historiker lesen</span></strong></p>
<p>Steurer sollte sich nicht nur mit der Vergewisserung eigener Sichtweisen befassen, sondern auch wissenschaftliche Werke anderer Historiker lesen. Beispielsweise das Buch von Margareth Lun „NS-Herrschaft in Südtirol“ (Studien-Verlag Innsbruck-Wien-München-Bozen 2004).</p>
<p>Dabei würde er heraus finden, dass ein Geburtsdatum kein Indikator für Nazi-Gesinnung ist.</p>
<p>Die Option für Deutschland war in meisten Fällen auch keine Option für eine Ideologie, sondern eine Flucht aus dem Italienisierungs-Zwang. Übrigens: Die Optanten wechselten nur von einer Diktatur in eine andere. Italien war damals keine Demokratie.</p>
<p>Mit der Freiwilligkeit des Eintrittes in die Wehrmacht war es auch so eine Sache. Wer einmal optiert hatte, wurde eingezogen.</p>
<p>Überhaupt hatte die Südtiroler nur die Wahl zwischen Kriegsdienst im italienischen oder im deutschen Heer. Kriegsdienst war es allemal. Man hatte nicht die freie Wahl, in den Krieg zu gehen oder zu Hause zu bleiben.</p>
<p><strong><span style="text-decoration:underline;">War Magnago ein „Nazi“ ? &#8211; Wohl kaum!</span></strong></p>
<p>Der Eintritt in die Wehrmacht war zumeist weder freiwillig, noch ein politisches Bekenntnis. Ein gutes Beispiel ist der Optant und Wehrmachtsoffizier Silvius Magnago, den Steurer als von der SVP-Politik bestellter Referent auf dem „Themenabend“ am 9. Juni in Bozen besser nicht als „Nazi“ hinstellen sollte, wenn er sich nicht die Zuneigung seiner neuen politischen Freunde in der SVP verscherzen will.</p>
<p>Silvius Magnago, Optant und Wehrmachtsoffizier aber wohl kaum ein „Nazi“.</p>
<p>Auch der von Steurer so gehasste Georg Klotz wurde, nachdem seine ganze Familie &#8211; eine „Nazifamilie“? &#8211; für Deutschland optiert hatte, automatisch zur Wehrmacht eingezogen. Klotz kämpfte an der Eismeerfront und wurde wegen Tapferkeit ausgezeichnet.</p>
<p>Ihn deswegen als „Nazi“ hinzustellen, ist blanker Unsinn.</p>
<p>Was schließlich die von Steurer angeprangerten Wehrmachtsgewehre der Schützen betrifft, so waren diese Standardausrüstung auch in einer großen Anzahl gut katholischer Nordtiroler Schützenkompanien &#8211; ohne irgend einen Bezug zur NS-Ideologie.</p>
<p>Auch Georg Klotz war trotz Kriegsauszeichnungen kein „Nazi“</p>
<p><strong><span style="text-decoration:underline;">Was ist mit den BAS-Widerstandskämpfern gegen Hitler? &#8211; Waren das „Nazis“?</span></strong></p>
<p>Steurer sollte aber zur Kenntnis nehmen: Es hat unter den Südtiroler Freiheitskämpfern auch prominente Widerstandskämpfer gegen das 3. Reich gegeben und zwar ausgerechnet im Nordtiroler Zweig des „Befreiungsausschusses Südtirol“ (BAS), den Steurer in seinem „Alto Adige“-Interview so charakterisiert hat:</p>
<p><strong><em>“A Innsbruck sono invece intellettuali e funzionari, e proseguiranno l’attività anche negli anni successivi, sempre più legati a circoli neonazisti bavaresi e austriaci”.</em></strong></p>
<p>Auf Deutsch: <strong><em>“In Innsbruck hingegen sind es Intellektuelle und Funktionäre und sie führen die Aktivität auch in den folgenden Jahren durch, immer mehr mit Bayerischen und österreichischen neonazistischen Zirkeln verbunden.”</em></strong></p>
<p><strong><span style="text-decoration:underline;"> </span></strong></p>
<p><strong><span style="text-decoration:underline;">Für Toleranz und Menschenrechte</span></strong></p>
<p>Im Nordtiroler BAS nehmen zu diesem Zeitpunkt folgende <strong>Widerstandskämpfer gegen das 3. Reich</strong> Schlüsselpositionen ein:</p>
<p><strong>Der Publizist Wolfgang Pfaundler, der Universitätsassistent Helmut Heuberger, der Publizist Fritz Molden. </strong></p>
<p><strong>Pfaundler war übrigens während des Freiheitskampfes ein sehr guter persönlicher Freund von Georg Klotz. </strong></p>
<p>Was diese wirklichen Widerstandskämpfer von „antinazistischen“ Maulwerkshelden  unterscheidet, die den längst toten Hitler täglich neu besiegen und ständig ihre eigenen Landsleute als „Nazis“ anprangern, ist Folgendes:</p>
<p><strong>Diese Widerstandskämpfer hatten mutig ihr Leben für ihre Überzeugung riskiert. Und sie waren auch in der Lage, die Fortführung faschistischer Methoden in den Fünfziger- und Sechzigerjahren in Südtirol zu erkennen. Und sie hatten den Mut, nach schrecklichen Erlebnissen in Krieg und Verfolgung ihr Leben und ihre berufliche Laufbahn erneut aufs Spiel zu setzen. </strong></p>
<p>Sie taten das, weil für sie die Menschenrechte unteilbar und unverzichtbar sind. Im „BAS“ gab es keine einheitlich verordnete politische Einheitsgesinnung. Steurer mag das negativ sehen. Eine solche bleibt jedoch totalitären Regimen vorbehalten und dafür hatten Pfaundler, Heuberger und Molden ganz sicher nicht gekämpft gehabt. Daher war politische Meinungsvielfalt im „BAS“ vom strikt katholischen über den sozialdemokratischen bis zum freiheitlichen Standpunkt selbstverständlich. Übergeordnet war das Eintreten für die Rechte und die Freiheit des südlichen Tirol.</p>
<p><strong><span style="text-decoration:underline;">Behauptungen statt Fakten</span></strong></p>
<p>Steurer behauptet in seinem „Alto Adige“-Interview vom 4. Mai 2011, dass die Feuernacht des Jahres 1961 darauf abgezielt habe, <em>„die Verhandlungen zwischen Rom und Wien zu boykottieren“ („boicottare le trattative tra Roma e Vienna“</em>), weil der BAS gehofft habe, <em>„dass man durch den Abbruch der diplomatischen Beziehungen“</em> zur „Selbstbestimmung“ gelangen werde.</p>
<p>Wer hat Steurer das eingeredet? So simpel war das alles nicht! Natürlich war die Selbstbestimmung für den BAS das letztlich anzustrebende Ziel.</p>
<p>Leute wie Pfaundler, Heuberger und Molden waren aber keine weltfremden Träumer.</p>
<p>Sie wussten, dass die Anschläge das Südtirol-Problem nicht unmittelbar lösen, sehr wohl aber eine politische Lösung unumgänglich machen würden. Und so ist es schließlich auch gekommen.</p>
<p>Dass dies keinen Verzicht auf die Selbstbestimmung, sondern einen Zwischenschritt zur deren Erlangung bedeutet, ist auch heute die Überzeugung nicht nur ehemaliger Freiheitskämpfer.</p>
<p><strong><span style="text-decoration:underline;">Vorurteile als historische Erkenntnisse verkauft</span></strong></p>
<p>Mit den Zeitzeugen hätte Steurer bereits seit Jahrzehnten sprechen können. Er hat das nicht getan. Lieber hat er seine Klischees und Vorurteile anstelle historischer Forschungsergebnisse präsentiert. Eine kleine „grün-alternative“ Gemeinde von Gläubigen mag das auch würdigen. Das ist weiter nicht schlimm. Schlimm wäre es auch nicht, wenn Steurer in einer politischen Diskussion neben Vertretern anderer Standpunkte auch den seinen vortragen würde. Das wäre demokratisch und normal und man könnte widersprechen.</p>
<p>Schlimm ist, dass die Südtiroler Landesregierung Steurer als angeblich ausgewogenen Interpreten der „<strong><em>Sicht der Südtiroler Minderheit“</em></strong> anstelle der damals handelnden Zeitzeugen auftreten lässt, die nicht zu Wort kommen.</p>
<p><strong>Hier tritt amtlich verordnete Sichtweise an die Stelle demokratischer Diskussion.</strong></p>
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		<item>
		<title>Chronik Südtirol &#8211; Feuernacht</title>
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		<pubDate>Sun, 22 May 2011 19:04:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>hochtirol</dc:creator>
				<category><![CDATA[Freiheitskampf]]></category>
		<category><![CDATA[südtirol]]></category>
		<category><![CDATA[feuernacht]]></category>
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	</item>
		<item>
		<title>Ein „Ex“-Neofaschist wird Südtiroler Landtagspräsident</title>
		<link>http://hochtirol.wordpress.com/2011/05/19/ein-%e2%80%9eex%e2%80%9c-neofaschist-wird-sudtiroler-landtagsprasident/</link>
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		<pubDate>Thu, 19 May 2011 21:24:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>hochtirol</dc:creator>
				<category><![CDATA[Neofaschismus]]></category>
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		<description><![CDATA[Neue Verbündete in der Landespolitik &#8211; gänzlich neue Betrachtungsweise der „Feuernacht“ Seltsam, wie die Geschehnisse zusammen fallen: Ein „Ex“-Neofaschist wird Südtiroler Landtagspräsident Am 18. Mai 2011 wurde der ehemalige MSI-Neofaschist und jetzige „demokratische“ Landtagsabgeordnete Mauro Minnitti (von der italienischen Berlusconi-Regierungspartei PdL), mit den Stimmen der Südtiroler Volkspartei (SVP) zum Landtagspräsidenten gewählt. Dieser Mann hat auch [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=hochtirol.wordpress.com&amp;blog=8881362&amp;post=837&amp;subd=hochtirol&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_839" class="wp-caption aligncenter" style="width: 464px"><a href="http://hochtirol.files.wordpress.com/2011/05/faschisten-in-bozen-in-den-60er-jahren1.jpg"><img class="size-large wp-image-839     " title="Faschisten in Bozen in den 60er Jahren" src="http://hochtirol.files.wordpress.com/2011/05/faschisten-in-bozen-in-den-60er-jahren1.jpg?w=454&#038;h=354" alt="Faschisten in Bozen in den 60er Jahren" width="454" height="354" /></a><p class="wp-caption-text">Faschisten in Bozen in den 60er Jahren</p></div>
<p><strong><span style="text-decoration:underline;"><br />
</span></strong><strong><span style="text-decoration:underline;">Neue Verbündete in der Landespolitik &#8211; gänzlich neue Betrachtungsweise der „Feuernacht“</span></strong></p>
<p><strong><span style="text-decoration:underline;">Seltsam, wie die Geschehnisse zusammen fallen: </span></strong></p>
<p><strong><span style="text-decoration:underline;">Ein „Ex“-Neofaschist wird Südtiroler Landtagspräsident </span></strong></p>
<p>Am 18. Mai 2011 wurde der ehemalige <strong>MSI-Neofaschist</strong> und jetzige „demokratische“ Landtagsabgeordnete <strong>Mauro Minnitti</strong> (von der italienischen Berlusconi-Regierungspartei PdL), mit den Stimmen der Südtiroler Volkspartei (SVP) zum Landtagspräsidenten gewählt.</p>
<p>Dieser Mann hat auch 2008 ein Buch mit dem (ins Deutsche übersetzten) Titel <em>„Unsichtbare Märtyrer. Die Jahre des Terrorismus in Alto Adige“</em> veröffentlicht, dessen Inhalt von <strong>neofaschistischen Klischees</strong> geprägt ist. Zu diesen gehört die <strong><span style="text-decoration:underline;">mehrheitlich <em>„nazistische“</em> Durchsetzung der SVP unter Magnago</span></strong> ebenso wie <strong><span style="text-decoration:underline;">die Behauptung, dass sich Südtiroler Häftlinge der Sechzigerjahre selbst verletzt hätten, um die italienischen Behörden dann der Folter beschuldigen zu können </span></strong>(Seite 85 des Buches).</p>
<p><span id="more-837"></span></p>
<p>Das alles ist nichts Neues und nichts Besonderes. Neu ist, dass die SVP die Wahl dieses Mannes zum Landtagpräsidenten in einer Fraktionssitzung beschlossen und mit ihrer Stimmabgabe dann durchgeführt hat.</p>
<p><strong><span style="text-decoration:underline;">Ein „Themenabend“ der Landesregierung mit vorprogrammierter Verteufelung des Südtiroler Freiheitskampfes</span></strong></p>
<p>Zum selben Zeitpunkt gab das der deutschen <strong>Landesrätin Kasslatter Mur</strong> und dem italienischen <strong>Landesrat Tommasini</strong> unterstehende Amt für Schule/Kultur in einer Pressemitteilung (<a title="blocked::http://www.provinz.bz.it/lpa/service/news" href="http://www.provinz.bz.it/lpa/service/news">http://www.provinz.bz.it/lpa/service/news</a>) bekannt:</p>
<p>Die <strong><span style="text-decoration:underline;">Historiker Rolf Steininger, Leopold Steurer </span></strong><span style="text-decoration:underline;">und Carlo Romeo</span> werden am 9. Juni im Bozner Kolpinghaus auf einem von dem Amt für Schule und Kultur ausgerichteten „Themenabend“ die <em>„verschiedenen Sichtweisen zur Feuernacht zusammenführen“</em>.</p>
<p><strong><em>„Leopold Steurer beschreibt die Feuernacht aus der Sicht der Südtiroler Minderheit, </em></strong><em>Carlo Romeo geht auf den italienischen Standpunkt ein und<strong> Rolf Steininger nimmt den internationalen Aspekt </strong>in den Fokus“</em> heißt es in der Pressemitteilung. <em>„Es geht uns um eine <strong>objektive Darstellung </strong>der Ereignisse von vor 50 Jahren durch Historiker. Alle Interessierten sollen erfahren, was damals geschehen ist und sie sollen auch die Möglichkeit haben, mit den Experten darüber zu diskutieren“</em>, so <strong>Landeshauptmann Durnwalder</strong> in der Pressemitteilung.</p>
<p><strong><span style="text-decoration:underline;">Warum wurden keine Zeitzeugen eingeladen?</span></strong></p>
<p>Das fragen sich derzeit zahlreiche Südtiroler. Was soll diese Anbiederung an italienische Rechtsaußen-Standpunkte? Was steckt hier politisch dahinter?</p>
<p>Warum lässt das Amt für Schule und Kultur keine<strong> ehemaligen politischen Häftlinge </strong>referieren, warum nicht den in Südtirol lebenden<strong> Verteidiger in Südtirolprozessen, Sandro Canestrini? </strong></p>
<p><strong>Will die Frau Landesrätin Kasslatter Mur nichts über die damalige Repression, die Berechtigung des Widerstandes und die schrecklichen Folterungen wehrloser Menschen aus dem Mund von Zeitzeugen hören?</strong></p>
<p>Dass <strong>Leopold Steurer</strong>, ein erklärter ideologischer Feind volkstumspolitischer Positionen und ein öffentlicher Beschimpfer ehemaliger Südtiroler Freiheitskämpfer, eine <em>„objektive Darstellung“ </em>liefern soll, ist ein Witz.</p>
<p><strong>Rolf Steininger</strong> hat stets unterstellt, der Heilige Geist sei bereits vor der „Feuernacht“ erleuchtend über die italienische Regierung hergefallen und es habe somit der Anschläge gar nicht bedurft, um eine Autonomielösung zu erreichen. Diese seien sogar <em>„kontraproduktiv“</em> gewesen.</p>
<p><strong>Das Gesamtergebnis dieser „objektiven“ Tagung ist somit durch die Referenten mit ihren bekannten Standpunkten vorprogrammiert. Referenten mit möglicher Weise anderen Sichtweisen wurden nicht eingeladen. </strong></p>
<p><strong><span style="text-decoration:underline;">Ein Schlag ins Gesicht bedeutender Persönlichkeiten</span></strong></p>
<p>Die bekannten öffentlichen Erklärungen der Herren Steurer und Steininger stellen die Erkenntnisse und Bekundungen bedeutender Persönlichkeiten und damals politisch handelnde Zeitzeugen als Unsinn oder als Lügen hin:</p>
<p>Der heutige Südtiroler <strong><span style="text-decoration:underline;">Landeshauptmann Luis Durnwalder</span></strong> hat noch auf der Andreas Hofer Gedenkfeier am 17. Februar 2002 erklärt, dass Südtiroler Freiheitskämpfer <strong>der Idee Andreas Hofers gefolgt</strong> seien, und dass <strong>die heutige Situation in Südtirol auch ihnen zu verdanken sei</strong>. („Dolomiten“ vom 18. Februar 2002)</p>
<p>Im Jahre 2009 bezeichnete<strong> <span style="text-decoration:underline;">LH Durnwalder</span> </strong>die Attentäter der Sechzigerjahre<strong> </strong>gar als<strong> „Freiheitshelden“. </strong>(„Südtirol Online“, 15. August 2009)</p>
<p>Was man von Steurer und auch von Steininger zu hören bekommen wird, das wird ein Schlag auch in das Gesicht anderer <strong>bedeutender politischer Persönlichkeiten</strong> sein, welche die Überzeugung vertreten haben, <strong>dass ohne die Attentate der Sechzigerjahre die heutige Autonomie nicht erreicht worden wäre:</strong></p>
<p><strong><span style="text-decoration:underline;">LH Silvius Magnago</span></strong><strong>,  <span style="text-decoration:underline;">LH Wallnöfer</span>,  <span style="text-decoration:underline;">Univ. Prof. Felix Ermacora</span>,  <span style="text-decoration:underline;">Univ. Prof. Franz Matscher</span>,  <span style="text-decoration:underline;">LR Bruno Hosp</span>,  <span style="text-decoration:underline;">Regionalratspräs.  Franz Pahl</span>,  <span style="text-decoration:underline;">SVP-Obmann Elmar Pichler-Rolle</span>,  <span style="text-decoration:underline;">Kammerabg. Karl Zeller</span>,  <span style="text-decoration:underline;">Justizminister Harald Ofner</span>,  <span style="text-decoration:underline;">Kammerabg. und Senator Friedl Volgger</span>.</strong></p>
<p>Die Liste ließe sich fortsetzen.</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/hochtirol.wordpress.com/837/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/hochtirol.wordpress.com/837/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/hochtirol.wordpress.com/837/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/hochtirol.wordpress.com/837/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/hochtirol.wordpress.com/837/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/hochtirol.wordpress.com/837/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/hochtirol.wordpress.com/837/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/hochtirol.wordpress.com/837/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/hochtirol.wordpress.com/837/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/hochtirol.wordpress.com/837/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/hochtirol.wordpress.com/837/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/hochtirol.wordpress.com/837/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/hochtirol.wordpress.com/837/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/hochtirol.wordpress.com/837/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=hochtirol.wordpress.com&amp;blog=8881362&amp;post=837&amp;subd=hochtirol&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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			<media:title type="html">Faschisten in Bozen in den 60er Jahren</media:title>
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		<title>Der „Duce“ in Bozen darf bleiben!</title>
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		<pubDate>Tue, 26 Apr 2011 20:13:54 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Der „Duce“ in Bozen darf bleiben! Durnwalder hat entschieden &#8211; eine Kommission dient als Feigenblatt Die Vorgeschichte &#8211; der Kuhhandel Als im Jänner 2011 im italienischen Parlament ein Misstrauensantrag gegen den italienischen Kulturminister Bondi zur Abstimmung steht, geht die „Südtiroler Volkspartei“ (SVP) einen Kuhhandel mit der Regierung ein: Die SVP-Parlamentarier stimmen nicht gegen Bondi und [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=hochtirol.wordpress.com&amp;blog=8881362&amp;post=831&amp;subd=hochtirol&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_832" class="wp-caption aligncenter" style="width: 460px"><a href="http://hochtirol.files.wordpress.com/2011/04/durnwalder-mussolini-relief-kommt-weg.jpg"><img class="size-full wp-image-832" title="Durnwalder - Mussolini Relief kommt weg" src="http://hochtirol.files.wordpress.com/2011/04/durnwalder-mussolini-relief-kommt-weg.jpg?w=450&#038;h=568" alt="Durnwalder - Mussolini Relief kommt weg" width="450" height="568" /></a><p class="wp-caption-text">Durnwalder - Mussolini Relief kommt weg</p></div>
<p><strong><span style="text-decoration:underline;">Der „Duce“ in Bozen darf bleiben!</span></strong></p>
<p><strong><span style="text-decoration:underline;">Durnwalder hat entschieden &#8211; eine Kommission dient als Feigenblatt</span></strong></p>
<p><strong><span style="text-decoration:underline;">Die Vorgeschichte &#8211; der Kuhhandel</span></strong></p>
<p>Als im Jänner 2011 im italienischen Parlament ein Misstrauensantrag gegen den italienischen Kulturminister Bondi zur Abstimmung steht, geht die „Südtiroler Volkspartei“ (SVP) einen Kuhhandel mit der Regierung ein:</p>
<p><strong><span style="text-decoration:underline;">Die SVP-Parlamentarier stimmen nicht gegen Bondi und im Gegenzug erlauben Bondi und der Finanzminister Tremonti die Abtragung des Mussolini-Reliefs in Bozen und die Abtragung oder Umgestaltung aller anderen faschistischen Relikte in Südtirol.</span></strong></p>
<p>Tremonti muss bezüglich des Mussolini-Monuments zustimmen, denn das Finanzgebäude in Bozen, auf welchem der Fries angebracht ist, gehört dem Finanzministerium.</p>
<p>Am 24. Jänner 2011 gibt der SVP-Obmann Theiner triumphierend das Ergebnis der Verhandlung mit Rom bekannt. <strong>Landeshauptmann Durnwalder </strong>verkündet:<strong> <em><span style="text-decoration:underline;">„Das Relief kommt weg!“</span></em></strong> und die Tageszeitung „Dolomiten“ berichtet am 27. Jänner 2001: Mussolini wird vom Ross geholt.</p>
<p><strong><span style="text-decoration:underline;">Der rasche Schwenk Durnwalders</span></strong></p>
<p>Die Ablehnung der italienischen Parteien in Südtirol ist allgemein und ein paar Tage später ist das Heldenzeitalter Durnwalders auch schon wieder vorbei: <em>„Also wir können uns durchaus vorstellen, <strong><span style="text-decoration:underline;">dass das Relief bleibt, wo es ist</span></strong> und dass man einen Künstlerwettbewerb ausschreibt, um eine neue, zeitgemäße didaktische Interpretation zu ermitteln.“</em></p>
<p>Gesagt, getan! Der Südtiroler Landtag, immerhin die Volksvertretung der Südtiroler, wird einfach übergangen und mit der Frage überhaupt nicht befasst.</p>
<p><span id="more-831"></span></p>
<p><strong><span style="text-decoration:underline;">Durnwalder versteckt sich hinter dem Feigenblatt einer „Expertenkommission“</span></strong></p>
<p>Am 7. Februar 2011 gibt LH Durnwalder bekannt, dass die Landesregierung einen „Ideenwettbewerb“ verordnet hat. Jeder, der will, kann einen Vorschlag einbringen.</p>
<p>Wie die „Dolomiten“ am 8. Februar 2011 berichten, geht es schon nicht mehr um den Abriss des Mussolini-Denkmals:</p>
<p><strong><em>„‘Es soll nicht zerstört werden, sondern soll nur von außen nicht mehr sichtbar sein‘</em></strong><strong><em>,</em></strong> präzisierte <strong>Landeshauptmann Luis Durnwalder</strong>. Das Relief solle <strong><em>‚aber für eine bewusste und durch Vermittlungstexte historisch angemessen kommentierte Besichtigung zugänglich bleiben‘</em></strong>, heißt es dazu in der Ausschreibung.“</p>
<p>Für die Umgestaltung des Mussolini-Denkmales soll eine Kommission zuständig sein, die von der Landesregierung und der Stadt Bozen mit je einem deutsch- und einem italienischsprachigen Mitglied sowie als fünftem Mitglied einem Vertreter der ladinischen Sprachgruppe besetzt wird.</p>
<p>Obwohl die Italiener in Südtirol gerade einmal ein Viertel der Bevölkerung stellen, sind sie in der Kommission mit ebenso viel Stimmen vertreten, wie die deutschen Südtiroler.</p>
<p><strong><span style="text-decoration:underline;">Wettbewerb mit bereits feststehendem Ergebnis &#8211; Prämiierung in Rekordzeit!</span></strong></p>
<p>Aufgrund der Durnwalder-Vorgabe steht das Ergebnis der „Expertenkommission“ schon von vorneherein fest: Mussolini darf bleiben!</p>
<p><strong><span style="text-decoration:underline;">Man stelle sich vor, in Österreich oder der Bundesrepublik Deutschland würde ein Hitler-Denkmal stehen und der zuständige Landes-Chef würde einen „Ideenwettbewerb“ ausschreiben, zu dessen Vorgabe der Erhalt des Denkmals gehört. </span></strong></p>
<p><strong><span style="text-decoration:underline;">Das internationale Echo kann man sich ebenso vorstellen wie die massenhaften Demonstrationen aller aus Nah und Fern herbeigeeilter Antifaschisten. </span></strong></p>
<p><strong><span style="text-decoration:underline;">In Südtirol ist so etwas aber möglich und nicht einmal die eigenen Antifaschisten im Lande begehren auf!</span></strong></p>
<p>Innerhalb weniger Wochen langen rund <strong><span style="text-decoration:underline;">500 (!) Vorschläge</span></strong> bei der Kommission ein, welche <strong><span style="text-decoration:underline;">in nur 3 Wochen (!)</span></strong> die ihrer Meinung nach 5 „besten“ Vorschläge auswählt, die dann in den „Dolomiten“ am 19. April 2011 vorgestellt werden.</p>
<p><strong><span style="text-decoration:underline;">Laue Zustimmung bei Bozner Bürgermeister &#8211; Ablehnung bei der deutschen Opposition</span></strong></p>
<p>Das Ergebnis stößt auf die laue Zustimmung des italienischen Bozner Bürgermeisters Spagnolli. Die Südtiroler „Grünen“ sind gespaltener Meinung. Bei den deutschen Oppositionsparteien stößt das Ergebnis vor allem auch wegen der undemokratischen Vorgangsweise Durnwalders auf Ablehnung.</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/hochtirol.wordpress.com/831/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/hochtirol.wordpress.com/831/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/hochtirol.wordpress.com/831/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/hochtirol.wordpress.com/831/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/hochtirol.wordpress.com/831/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/hochtirol.wordpress.com/831/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/hochtirol.wordpress.com/831/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/hochtirol.wordpress.com/831/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/hochtirol.wordpress.com/831/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/hochtirol.wordpress.com/831/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/hochtirol.wordpress.com/831/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/hochtirol.wordpress.com/831/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/hochtirol.wordpress.com/831/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/hochtirol.wordpress.com/831/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=hochtirol.wordpress.com&amp;blog=8881362&amp;post=831&amp;subd=hochtirol&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Folterberichte &#8211; Südtirol 1961</title>
		<link>http://hochtirol.wordpress.com/2011/04/18/folterberichte-sudtirol-1961/</link>
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		<pubDate>Mon, 18 Apr 2011 19:38:46 +0000</pubDate>
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			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_826" class="wp-caption aligncenter" style="width: 452px"><a href="http://hochtirol.files.wordpress.com/2011/04/verhafteter-sc3bcdtiroler_1.jpg"><img class="size-large wp-image-826   " title="Verhafteter Südtiroler" src="http://hochtirol.files.wordpress.com/2011/04/verhafteter-sc3bcdtiroler_1.jpg?w=442&#038;h=379" alt="Verhafteter Südtiroler" width="442" height="379" /></a><p class="wp-caption-text">Verhafteter Südtiroler</p></div>
<p><strong><span style="text-decoration:underline;">Der unterdrückte Folterbericht des Helmut Kritzinger</span></strong></p>
<p>Der Sarner SVP-Obmann Helmut Kritzinger war nach nahezu 9monatiger Untersuchungshaft in den Gefängnissen von Bozen und Trient in provisorische Freiheit entlassen worden. Aus Angst vor neuerlicher Verhaftung war er am 12. September 1962 nach Österreich geflohen.</p>
<p>Kritzinger sollte später in Österreich politische Karriere machen und es bis zum Bundesratspräsidenten des österreichischen Nationalrates bringen, der zweithöchsten Position nach dem Bundespräsidenten.</p>
<p>Als Kritzinger nach Österreich geflohen war, lagen der „Südtiroler Volkspartei“ (SVP) bereits zahlreiche aus den Gefängnissen herausgeschmuggelte Folterberichte vor, deren Veröffentlichung der Parteiobmann <strong>Dr. Silvius Magnago</strong> jedoch unterdrückte, um sein Verhandlungsklima mit dem italienischen Innenminister Scelba nicht zu stören.</p>
<p>Unter dem Eindruck der Anschläge des „Befreiungsausschusses Südtirol“ (BAS) hatte sich Rom bereit gefunden, mit der SVP über eine politische Losung der Südtirolfrage zu verhandeln. Letztlich sollten diese Verhandlungen zum Autonomie-„Paket“ von 1969 führen.</p>
<p>Am5. September 1961 fand in Innsbruck eine große Südtirolbesprechung statt, an welcher die Landeshauptleute Dr. Tschiggfrey (Nordtirol), Dr. Magnago (Südtirol) und der österreichische Außenminister Dr. Kreisky teilnahmen. Dort setzte Magnago durch, dass auch Wien und Innsbruck die aus Südtirol erhaltenen Folterunterlagen nicht an die Öffentlichkeit geben sollten. (Einzelheiten in: Helmut Golowitsch: „Für die Heimat kein Opfer zu schwer. Folter-Tod-Erniedrigung: Südtirol 1961 &#8211; 1969“, Edition Südtiroler Zeitgeschichte 2009, S. 323 ff)</p>
<p>Dieser Linie folgend wurden auch später Folterberichte unterdrückt und in amtlichen Archiven beerdigt. Darunter auch <strong>ein detaillierter Erlebnisbericht Kritzingers</strong> über seine Wahrnehmungen in den Gefängnissen von Bozen und Trient.</p>
<p>Er verfasste diesen am 5. Dezember 1962 für die Südtirolabteilung der Nordtiroler Landesregierung, das Referat „S“:</p>
<p>Der Bericht verschwand auf Wunsch Magnagos und auch Wiens hinter Aktendeckeln und wurde der Öffentlichkeit nie zugänglich gemacht.</p>
<p><strong><span style="text-decoration:underline;">Helmut Kritzinger:</span></strong></p>
<p><strong><span style="text-decoration:underline;">„Wie Südtiroler von den Karabinieri gefoltert wurden.</span></strong></p>
<p>Ich erzähle hier, wie Südtiroler Häftlinge gefoltert wurden. Es sind lauter Berichte, von den einzelnen Betroffenen mir geschildert. Viele Häftlinge sah ich mit Wundmalen, Quetschungen, Nadelstichen, Geschwulsten, Beulen und Brandwunden. Die Folterungen nahmen meines Wissens die Karabinieri vor. Außer einer kleinen Abteilung von geheimer Staatspolizei, ‚Questurini‘, die ihr Hauptquartier im Garni Eden in der Dantestraße hatten.</p>
<p>Die Karabinieri trugen größtenteils Uniform. Jene von Bozen standen unter dem Kommando von <strong>Hauptmann Boracci (38).</strong> Boracci erhielt im August 1962 die Versetzung nach der Insel Sardinien, nach Sassari, meines Erachtens eine Strafversetzung. In Meran hauste <strong>Hauptmann Marzollo</strong>. (45)</p>
<p><span id="more-825"></span></p>
<p>Er war ebenso in der Karabinierikaserne von Eppan tätig. Marzollo kam eigens zu diesem Zwecke von Trient. Er ist berüchtigt wegen seiner Brutalität.</p>
<p>Das Unterland mit dem Hauptsitz Neumarkt unterstand dem <strong>Oberleutnant Rottelini</strong> (<em>richtig: Rotellini</em>)(30). Die Namen aller Karabinieri, die an den Folterungen beteiligt waren, brachte eine Ausgabe der Italienischsprachigen Zeitung ‚Alto Adige‘. Man führte sie dort an, weil die Karabinieri und deren Vorgesetzte wegen ihrer vorbildlichen Arbeit bei der Erfassung der ‚Terroristen‘ ausgezeichnet worden waren.</p>
<p>Ich wiederhole: ich schildere nur Sachen, an die ich mich noch genau erinnern kann, die ich selbst sah oder die mir von den Beteiligten erzählt wurden.</p>
<p><strong>Franz Muther (51)</strong> verheiratet, ohne Kinder<strong>, </strong>Elektriker aus Laas. Muther wurde in einem ganz verstörten Zustand in das Bozner Gefängnis eingeliefert. Er hörte fast nichts mehr und benahm sich wie ein Kind. Ich kannte Muther von früher und war ganz überrascht, als ich ihn das erste Mal durch das kleine Zellenguckloch sah und sprach.</p>
<p>Der ziemlich gebrechlich aussehende, 43-jährige <strong>Mathias Parth</strong> aus Laas im Vintschgau, Arbeiter einer Fabrik in Lana, erzählte mir, daß man ihn mit einem Rad gestreckt habe; er musste stundenlang unter der Quarzlampe stehen und wurde geschlagen und geohrfeigt. Spuren der Schläge habe ich an ihm nicht bemerkt. Ich sah ihn gleich nach seiner Einlieferung ins Bozner Gefängnis.</p>
<p>Die drei Vintschgauer<strong> Angerer Engelbert </strong>(32) aus Laas, Arbeiter, verheiratet, <strong>Zangerle Paul </strong>(37)<strong> </strong>Arbeiter aus Laas, ledig, und<strong> Fabi Josef </strong>(43) aus Burgeis<strong>,</strong> verheiratet, landwirtschaftlicher Pächter, wurden mit Fausthieben traktiert und mussten ebenso stundenlang vor einer Quarzlampe stehen. Fabi benahm sich bei seiner Einlieferung mutvoll und zuversichtlich.</p>
<p>Ich glaube aber, daß man diesem von den dreien am meisten angetan hatte. Alle drei sind Zeugen, wie andere Häftlinge in der Untermaiser Karabinieri-Kaserne geschlagen wurden. Sie sahen auch, wie die Karabinieri Höfler misshandelt hatten.</p>
<p><strong>Hans Oberhofer </strong>(32) aus Goldrain, Gast-und Bauernsohn, ledig, wurde schwer misshandelt. Ich sah ihn erst zwei Monate nach seiner Einlieferung ins Bozner Gefängnis. Man zog ihn nackt aus, band ein Seil um sein Geschlechtsteil und hängte ein 5 kg schweres Gewicht daran. Das hat mir Oberhofer selbst erzählt. Der tapfere Vintschgauer, ich darf ihn wohl so nennen, wurde von den Karabinieri furchtbar geschlagen. Man verhaftete ihn, mit noch gelben Fingern vom Plastikmaterial. Oberhofer wollte einen Elektromasten sprengen. Auch die anderen Vintschgauer waren sich einig, daß Oberhofer Schlimmes erlebt hatte.</p>
<p>Der 38-jährige Zimmermann <strong>Josef Tschnett </strong>(<em>richtig: Tschenett)</em> aus Prad im Vintschgau musste ebenso unter der Quarzlampe stehen und erhielt Fausthiebe ins Gesicht. Ich sah, wie ihm ein Schneidezahn ganz locker geschlagen worden war. Später musste er ihn mit zwei Fingern wegbrechen.</p>
<p>Misshandelt hat man auch den 37-Jährigen Bauer <strong>Georg Pircher </strong>aus Lana. Pircher ist verheiratet und Vater von neun Kindern. Er wurde geschlagen und mit Fußtritten gestoßen.</p>
<p>Geschlagen hat man auch den 35-jährigen Lehrer <strong>Paul Pichler</strong>, verheiratet, aus Schenna, den 39-jährigen <strong>Franz Ungerank</strong>, Arbeiter, ledig, aus Ratschings bei Sterzing und den 28-jährigen <strong>Herbert Hinteregger</strong>, ledig, Maler von Beruf, aus Sterzing.</p>
<p>Arg gefoltert wurde der 32-jährige <strong>Luis Gutmann</strong>,  Besitzer einer Baumschule in Tramin, ledig. Gutmann zeigte mir den abgeschundenen rechten Teil des Hüftbeckens. Die fleischige Stelle hatte die Größe von ca. 10 x5 cm und sah nicht gut aus. Die Karabinieri, erzählte er, schleiften mich an den Haaren nackt am Boden herum. In der Karabinierikaserne von Eppan legte man mich auf den Tisch, schob unter meinen Rücken ein kleines Kästchen, sodaß der Brustkorb höher lag und schüttete dann verdünnte Salzsäure in meinen Mund. Tat ich den Mund nicht auf, so hielten sie mir die Nase zu, bis ich atmen mußte und in dem Augenblick leerten sie die Flasche über das Gesicht. Die Säure brannte in den Augen und ebenso im Rachen. Diese Methode wandten die Karabinieri noch bei vielen anderen Häftlingen an. Gutmann trug noch viele blaue Flecken im Gesicht, als ich ihn im Gefängnishof das erste Mal sah.</p>
<p>Folgende Leute wurden auch geschlagen, doch erinnere ich mich nicht mehr an Einzelheiten: Der 31-jährige <strong>Viktor Thaler</strong>, ledig, Bauernsohn in Tramin, der 42-jährige Bauer <strong>Luis Steinegger</strong> aus Tramin, verheiratet, der 28-jährige Oswald Kofler, verheiratet, Bauer aus Tramin und der 37-jährige <strong>Martin Koch</strong>, Reisender, verheiratet, aus Bozen.</p>
<p>Der 48-jährige <strong>Josef Kerschbaumer</strong>, Kaufmann in Frangart, verheiratet; erzählt von einem neun Stunden langen Verhör, von nackt ausziehen, von Schlägen und stehen unter der Quarzlampe. Andere verhörte man auch drei und vier Tage.</p>
<p>Ein kräftiger, sauberer Mann ist der 31-jährige ledige Bauernsohn <strong>Albin Zwerger</strong> aus Tramin. Als er ins Bozner Gefängnis kam, hatte er ein Gesicht wie ein blau-gelb gefärbter Luftballon. Ich habe so etwas noch nie gesehen. Zwerger erzählte, man habe ihn mit Fausthieben traktiert. Wenn ich mich recht entsinne, so wurde er auch mit Salzsäure ‚behandelt‘.</p>
<p>Daumengroße, hellrosa unterlaufene Flecken am Kopf besaß der 32-jährige <strong>Josef Mitterhofer</strong>, Unterhasler Bauer in Obermais bei Meran, verheiratet.</p>
<p>Die Karabinieri rissen Mitterhofer so lange an den Haaren, bis Hautfetzen herausbrachen. Mitterhofer musste, wie viele andere, mit dem Rücken zur Wand, auf den Zehenspitzen stehen. Ebenso wurde er im Gesicht geschlagen und mußte unter die Quarzlampe. Als er ins Gefängnis eingeliefert wurde, sah der mutvolle Mann ganz verstört aus. Ich sage mutvoll, weil er auch im Gefängnis eine würdige Haltung bewahrte. Übrigens ist er nicht der einzige, der das tat.</p>
<p>Auch <strong>Franz Höfler</strong>,</p>
<p>der 28-jährige Bauernsohn aus Lana, der dort eine Fischzucht besaß, mußte so stehen wie Mitterhofer; Höfler starb am 23. November 1961 an den Folgen der Folterung. Höfler war groß und stark wie ein Bär. Er hatte noch bei seinem Tode zerquetschte Zehen. Höfler erzählte mir, die Karabinieri hätten ihm jedesmal den Gewehrkolben auf die Zehen gestoßen, wenn er mit der Ferse auftrat. Höfler sah ich an dem Tage, als man ihn ins Gefängnis nach Bozen brachte. Ich war oft mit dem gutmütigen Burschen beisammen.</p>
<p>Als er ins Gefängnis kam, sah ich auf seinem Nacken eine handtellergroße Geschwulst. Sein rechtes Ohr war losgetrennt und das ganze Gesicht von den vielen Faustschlägen und Ohrfeigen geschwollen. Auch die Augen – wie übrigens bei den meisten – sahen entzündet aus. Die Geschwulst am Nacken haben Kolbenhiebe verursacht, die ihm von den Karabinieri verabreicht worden waren, wenn er sich von der Quarzlampe wegwandte. Höfler schien mir nicht am meisten geschlagen, wenn der Arme auch sein Leben lassen mußte. Sein Tod ist auf eine Rückgratverletzung zurückzuführen, die durch die dauernden Schläge auf den Nacken hervorgerufen worden war. Der mitinhaftierte Dr. Sullmann, Gemeindearzt von Ulten, vermutete das.</p>
<p>Ich erzähle nun kurz die Vorgeschichte seines Todes: Josef Dona aus St. Leonhard im Passeier, Franz Höfler und ich gingen im Gefängnishof spazieren. Wir unterhielten uns gerade über das meist diskutierte Thema: über die Italiener.</p>
<p>Plötzlich blieb Höfler stehen, sank nach vorne und sagte, ‚jetzt sei es ihm in den Rücken geschossen‘. Er hielt eine Hand am Rücken und ging so langsam zur Mauer. An der Mauer ließ er sich zu Boden gleiten. Wir dachten alle, es sei ein Hexenschuß. Ich vermutete, das Gespräch habe ihn aufgeregt und vielleicht, dachte ich mir, ist das eine Folge davon. Höfler musste große Schmerzen gehabt haben, denn nie beklagte er sich sonst wegen der Verletzungen. ‚Seit mich die Walschen schlugen, tut mir immer das Kreuz weh‘, sagte er. Wir läuteten und klopften an der eisenbeschlagenen Tür, bis ein Wärter herbeikam und Höfler in die Sanitätszelle brachte. Die Sanitätszelle ist im zweiten Stock des Gefängnisses von Bozen. Meine Zelle lag ebenfalls im zweiten Stock, in der Nähe der Sanitätszelle. Als der Spaziergang zu Ende war, um 16 Uhr, wurde ich hinaufgebracht. Ich lief noch zur Sanitätszelle hin und schaute durchs kleine Guckloch. Drinnen stand Franz. Ich fragte, wie es ihm gehe. ‚Es geht schon besser, aber nun kann ich meinen linken Arm nicht mehr bewegen, er ist gefühllos.‘</p>
<p>Erst drei Stunden nachher brachten sie ihn ins Bozner Krankenhaus, wo er später starb.</p>
<p><strong>Engelbert Gostner</strong>, ein 36-jähriger Bauer aus St. Leonhard bei Brixen, verheiratet, wurde auch gefoltert und geschlagen. Die Spuren in seinem Gesicht habe ich selbst gesehen.</p>
<p>Sein älterer Bruder, <strong>Anton Gostner</strong> (42), ist ja später an den Folgen der Misshandlungen gestorben. Anton Gostner war verheiratet und verdiente als Portier in einem Hotel in Gossensass für die Frau und die vier Kinder.</p>
<p>Eingesperrt wurde Anton Gostner bereits im Mai 1961. Damals wegen eines ganz geringfügigen Verdachtes: angeblich soll er in Innsbruck an einer Versammlung teilgenommen haben usw. Als die große Verhaftungswelle im Juli vorüber war, wurde Gostner Ende August – ich glaube, mich nicht im Datum zu irren – von den Karabinieri aus dem Gefängnis herausgeholt und weggebracht. Wohin und was mit ihm geschah, erfuhren wir erst später. (<em>Anmerkung: Tatsächlich war es Ende Juli</em>.) Gostner war ein kräftiger, mittelgroßer Mann. Im Gefängnishof, der ca. 20 m lang ist, vergnügten sich die Gefangenen oft durch Stockschlagen und Wettrennen. Gostner war einer der lebendigsten. Ich betone das, weil bekanntlich die ‚Obduktion‘ ergab, daß Gostner an einem Herzinfarkt verstarb und er schon länger herzkrank war. Ich konnte jedenfalls zu der Zeit, also vom Mai bis zu seinem Abtransport durch die Karabinieri, nichts von einem Kranksein bemerken. Ich sagte bereits, Gostner wurde weggebracht und nach zehn Tagen kam er wieder nach Bozen.</p>
<p>Der Mann war abgemagert wie ein 12-jähriger Junge. An der Stirn hatte er einen großen roten Fleck, an beiden Nasenlöchern trug er Brandwunden. Die Karabinieri, erzählte Gostner, hätten ihm brennende Zigaretten in die Nasenlöcher gesteckt und ebenso die Stirne verbrannt. Er erzählte ausführlich über die Foltermethoden. Auch Salzsäure hatte man bei ihm angewandt. Einmal schob er das Hemd weg und zeigte mir eine Schwellung am Bauch. Diesen Bruch haben mir die Karabinieri aufgeschlagen, erzählte er.</p>
<p>Ich könnte viele Zeugen namhaft machen, die wissen, welch kräftiger Mensch Gostner war. Gostner wurde in der Karabinieri-Kaserne und im Bezirksgefängnis von Brixen eingesperrt. Kurze Zeit brachte man ihn auch in. die Karabinieri-Kaserne nach Eppan, wo er eine ‚Sonderbehandlung‘ mit Säure erhielt.</p>
<p>Fest geschlagen wurde auch der 29-jährige <strong>Franz Gamper </strong> aus Vahrn, ledig, Schmied und sein Bruder <strong>Paul Gamper</strong>, 25-jährig, aus Vahrn, ledig, Mechaniker. Er war Chauffeur des Landtagspräsidenten Pupp.</p>
<p><strong>Josef Innerhofer</strong>, ein 35-jähriger, großgewachsener Burggräfler – er ist landwirtschaftlicher Pächter von Schloß Gojen in Schenna, verheiratet und Vater von drei Kindern, wurde auch mißhandelt. Er litt Monate nachher noch an Kopfschmerzen, die Folgen der Schläge, die er mit Gewehrkolben auf das Genick erhielt. Zur Heilung brachte man ihn im September 1961 ins Gefängnisspital nach Trient. Die Ärzte durchleuchteten sein Rückgrat, taten ihm aber im übrigen nichts an. Innerhofer mußte Monate hindurch schmerzstillende Tabletten nahmen. Der Mann magerte zusehends ab. Er ist ein Neffe des ehemaligen Bauernobmannes Innerhofer-Tanner.</p>
<p>Ich glaube, daß die Karabinieri von Neumarkt und Kurtatsch die greulichste Foltermethode anwandten. Erlebnisse damit hatten der 26-jährige landwirtschaftliche Arbeiter <strong>Franz Egger</strong> aus Neumarkt, ledig, der 32-jährige <strong>Bruno Veronesi</strong> aus Laag bei Neumarkt, ledig, Bauernsohn, <strong>Livio Pergol</strong> aus Lavis im Trentino u.a., die ich jetzt anführe.</p>
<p>Den <strong>Egger Franz</strong>  hielten sechs Karabinieri zu Boden, dann nahmen sie zwei spitze Stäbchen und stachen unter die Achselhöhle hinein. Sie bohrten und massierten damit den wehrlosen Egger, einen Mann von ca. 1.90 m Länge. Er erzählte, daß er fast bewusstlos geworden war. Natürlich kamen Hiebe und Schläge und das alles noch dazu. <strong>Pergol</strong> trug noch an seinem Körper die Folterspuren, ebenso der 41-jährige <strong>Josef Orian</strong> aus Kurtatsch, der 26-jährige <strong>Adolf Pomella</strong>, der 28-jährige <strong>Josef Anegg</strong> und der 30-jährige <strong>Hermann Anrather</strong>. Veronesi und Pomella erzählten, daß sie nach den ganzen Mißhandlungen mit einer Kette am Stiegengeländer angehängt worden seien und daß man sie auf dem Steinboden die ganze Nacht so hängen gelassen habe.</p>
<p>Ich erzähle aber nun, was den einzelnen Unterländer Häftlingen passierte.</p>
<p>Der 24-jährige <strong>Franz Egger</strong>, wurde, wie schon erwähnt, mit spitzen Stäbchen gefoltert, mit Fußtritten und Fausthieben geschlagen, vor die Quarzlampe gestellt, stundenlang mit ausgestreckten Armen stehen gelassen. Wenn er die Arme vor Müdigkeit herunter tat, hieb man ihm mit dem Gewehrkolben auf das Genick.</p>
<p><strong>Veronesi Bruno</strong>, 32-jährig, wurde geohrfeigt, mit Fausthieben und Fußtritten geschlagen, bis er Blut erbrach und mit Stäbchen gefoltert.</p>
<p>Der 26-jährige <strong>Erich Walter</strong> aus Vill bei Neumarkt, verheiratet und Schmied von Beruf, erzählte mir auch von Schlägen und Hieben; hinzu kommt bei ihm, daß man mit brennenden Zigaretten und Feuerzeugen seine Schamteile verbrannte.</p>
<p><strong>Pergol Livio</strong>, 42-jährig, verheiratet, Kaufmann aus Lavis, wurde geschlagen, bis er Blut erbrach. Man folterte ihn mit Stäbchen und stellte ihn unter die Quarzlampe.</p>
<p>Genau wie Pergol erging es auch dem 28-jährigen, ledigen <strong>Konrad Matuella, </strong>einem sympathischen Neumarkter. Als ich im Gefängnis bei ihm in Trient saß, machte er sich noch furchtbare Vorwürfe, weil er einen seiner Kameraden unter den Folterungen der Polizisten angegeben hatte. Matuella wurde schwer gefoltert, mit der angegebenen Methode, Stäbchen, Säure, Quarzlampe u.dgl.</p>
<p><strong>Hermann Anrather</strong>, 31-jährig aus Kurtatsch, ledig, Schneider von Beruf, ward geschlagen und geohrfeigt. <strong>Josef Anegg</strong> hingegen, der 28-jährige, wie Anrather aus Kurtatsch stammende, ledig, Schuster von Beruf, trug noch die Spuren der Folterungen am ganzen Körper, als ich ihn zwei Monate später sah. Man behandelte ihn mit Stäbchen, dann benützte man eine Kombinationszange und quetschte seine Fingerspitzen. Anegg hatte ein halbes Jahr später noch kein Gefühl in den Fingerspitzen. Der ganze Oberkörper wurde von den Karabinieri mit einer rostigen Nadel zerstochen. Zu Weihnachten 1961 musste Anegg wegen Mangel an Beweisen freigelassen werden. Noch etwas, was Anegg betrifft; man riß ihm an den Schamteilen und in der Achselhöhle die Haare mit einer Zange aus und spuckte ihm in den aufgespreizten Mund.</p>
<p>Auch der 27-jährige Bauernsohn aus Kurtatsch, <strong>Adolf Pomella</strong>, zeigte mir noch im September 1961 die verwundeten Fußzehen, die ihm im Juli von Karabinieri zerquetscht worden waren.</p>
<p>Der Onkel des Pomella ist der Bauer <strong>Josef Orion</strong> (<em>richtig: Orian</em>), Vater von vier Kindern, wurde schwer mißhandelt. Sein Oberkörper war blau wie eine Zwetschke, erzählte mir Dr. Max von Röggla, der Orion nach seiner Einlieferung im Juli 1961 ins Trienter Gefängnis sah. Orion wurde mit Nadeln gestochen, geschlagen und mit den berüchtigten Stäbchen gefoltert.</p>
<p>Der Arzt <strong>Dr. Röggla</strong> mußte stundenlang vor der Quarzlampe stehen, ansonsten passierte ihm nichts.</p>
<p>Der 61-jährige Bauer <strong>Johann Thaler</strong> aus Sarnthein wurde geohrfeigt und mit Fausthieben geschlagen. Seine <strong>Söhne Christoph und Georg</strong> wurden auch mit elektrischen Stößen behandelt. Das geschah in der Karabinieri-Kaserne von Bozen, in der Dantestraße, unter dem Hauptmann Boracci. Der Neffe des Johann Thaler, der 26-jährige <strong>Hans Thaler</strong>, wurde mit Stromstößen behandelt, ebenso schüttete man ihm Säure ein. Seinem Bruder Martin Thaler geschah dasselbe, nur ließ man den nach sieben Tagen hochnotpeinlichen Verhöres nach Hause, wo er derzeit lebt. Die kurzen Begebenheiten sind mir noch im Gedächtnis geblieben und ich bemühte mich, wahrheitsgetreu und sachlich zu berichten.</p>
<p>Helmut Kritzinger</p>
<p>5. Dez. 1962“</p>
<p><strong>(</strong><strong>Bericht von Helmut Kritzinger „Wie Südtiroler von den Carabinieri gefoltert wurden“;</strong></p>
<p><strong>Südtirolakten des Referates „S“ der Nordtiroler Landesregierung, Häftlingsakt 3/2, Tiroler Landesarchiv Innsbruck. </strong></p>
<p><strong>Wiedergegeben in: </strong><strong>Helmut Golowitsch: „Für die Heimat kein Opfer zu schwer. Folter-Tod-Erniedrigung: Südtirol 1961 &#8211; 1969“, Edition Südtiroler Zeitgeschichte 2009</strong><strong>, S. 436 ff)</strong></p>
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		<item>
		<title>Mussolini und Hitler rissen gemeinsam Europa ins Verderben</title>
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		<pubDate>Mon, 11 Apr 2011 20:28:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>hochtirol</dc:creator>
				<category><![CDATA[Faschismus]]></category>
		<category><![CDATA[faschismus nazismus südtirol nationalsozialismus mörder]]></category>

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		<description><![CDATA[Mussolini und Hitler rissen gemeinsam Europa ins Verderben Generalproben in Bozen &#8211; Machtübernahme in Rom Der Überfall faschistischer Terrortrupps auf den Festzug der Bozner Messe am 24. April 1921, der einen Toten und an die 50 teils schwer verletzte Opfer forderte, zeigte die Ohnmacht des italienischen Staates, der vor der Gewalt kapitulierte und die Täter [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=hochtirol.wordpress.com&amp;blog=8881362&amp;post=821&amp;subd=hochtirol&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><span style="text-decoration:underline;">Mussolini und Hitler rissen gemeinsam Europa ins Verderben</span></strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Generalproben in Bozen &#8211; Machtübernahme in Rom</strong></p>
<p>Der Überfall faschistischer Terrortrupps auf den Festzug der Bozner Messe am 24. April 1921, der einen Toten und an die 50 teils schwer verletzte Opfer forderte, zeigte die Ohnmacht des italienischen Staates, der vor der Gewalt kapitulierte und die Täter nicht zu verfolgen wagte.</p>
<p>Das ermutigte Mussolini, ein Jahr später, Anfang Oktober 1922, noch einmal die Probe auf das Exempel zu machen. Es folgte der zweite Marsch auf Bozen. Faschistenhorden aus der Lombardei, dem Veneto und der Emilia Romagna besetzten das Rathaus in Bozen. Die Regierung in Rom kam in panischer Eile den Forderungen der Faschisten nach, setzte den deutschen Bürgermeister Perathoner ab und stellte die Stadt unter die Leitung eines Regierungskommissars.</p>
<p><span id="more-821"></span></p>
<p>Der Staat war reif zur Machtübernahme durch die Faschisten. Am 28. Oktober 1922 kam es zum „Marsch auf Rom“. Es gab keinen Widerstand mehr. Der König betraute Mussolini mit der Bildung einer neuen Regierung, die am 30. Oktober erfolgte.</p>
<p><strong>Ein gelehriger Schüler in Deutschland</strong></p>
<p>In München beobachtete ein gelehriger Schüler die Erfolge seines bewunderten Vorbildes Mussolini. Adolf Hitler ließ &#8211; dem Beispiel Mussolinis folgend &#8211; im Oktober 1922 vorübergehend die Stadt Coburg von 800 SA-Leuten besetzen.</p>
<p>Am 1. November 1922 berichtete der „Völkische Beobachter“ bewundernd über den „Marsch auf Rom“. Am 9. November 1922 versuchte Hitler  mit dem „Marsch zur Feldherrnhalle“ in München die Macht in Bayern an sich zu reißen. Diesem Putsch hätte der „Marsch auf Berlin“ folgen sollen. Die bayerische Polizei und das Militär vereitelten den Staatsstreich. Hitler musste nach kurzer Inhaftierung den längeren Weg der Machterringung durch Wahlen gehen.</p>
<p><strong>„Zwei Völker und ein Kampf“ &#8211; „due popoli una guerra“ &#8211; NS-Huldigungsbuch für die „Führer“ des Nationalsozialismus und des Faschismus</strong></p>
<p>Von Anfang an hatte Hitler in Mussolini und seiner faschistischen Bewegung das große Vorbild gesehen, sogar Italiens Bündnisverrat im 1. Weltkrieg gebilligt und die Preisgabe Südtirols als notwendiges Opfer für die Freundschaft und das Bündnis mit dem Faschismus betrachtet.</p>
<p><strong>Faschisten und Nationalsozialisten aus dem Reich 1932 bei gemeinsamem Auftritt vor dem faschistischen „Siegesdenkmal“ in Bozen</strong></p>
<p>Der gelehrige Schüler übernahm alle Ideen seines bewunderten Lehrers &#8211; vom totalitären Staat bis hin zur Lebensraumpolitik zu Lasten anderer Völker.</p>
<p><strong>Der Weg war vorgezeichnet, der Europa ins faschistische Verderben und Deutschland in den Untergang führen sollte.</strong></p>
<p><strong><span style="text-decoration:underline;"> </span></strong></p>
<p><strong><span style="text-decoration:underline;">Der Maestro und sein Schüler &#8211; der gelehrige Hitler kopierte sein Vorbild Mussolini </span></strong></p>
<p><span style="text-decoration:underline;"> </span></p>
<p><span style="text-decoration:underline;"> </span></p>
<p><strong><span style="text-decoration:underline;">Die Partei-Armee</span></strong></p>
<p>..</p>
<p><strong>Gemeinsame Symbolik: Altrömische Standarten und der Totenkopf als Warnung für die Gegner</strong></p>
<p><strong>Mit der Bürgerkriegsarmee zur Macht</strong></p>
<table border="1" cellspacing="0" cellpadding="0">
<tbody>
<tr>
<td width="307" valign="top"><strong>Sturmtruppen &#8211; faschistische Miliz</strong></p>
<p>1919:   Benito Mussolini gründet die in „Squadre“ gegliederten „Fasci di   Combattimento“ („Kampfbünde“), denen zahlreiche ehemalige Soldaten, vor allem   Mitglieder der „Arditi“ („Entflammten“, der Sturmtruppen des 1. Weltkrieges   angehörten.</p>
<p>Die mit   Dolchen und Knüppeln bewaffneten „Squadre“ betätigten sich als   Bürgerkriegsarmee und verübten Brandstiftungen, Morde, Massaker.</p>
<p>1921:   Umwandlung der „Fasci“ in die „Nationale Faschistische Partei“ („Partito   Nazionale Fascista“ &#8211; PNF).</p>
<p>1923:   Überführung der „Squadre“ in die „Milizia   Volontaria per la Sicurezza Nazionale“ (MVSN) („Freiwillige Miliz für die Nationale Sicherheit“) mit   polizeilichen Befugnissen.</p>
<p>Später   auch militärischer Einsatz.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Hemd als Uniformierung</strong></p>
<p>Das   einheitliche Schwarzhemd diente als Uniformierung.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Standarten</strong></p>
<p>Neben   Fahnen wurden Standarten als Nachahmung der römischen Legionszeichen   eingeführt.</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Historische Symbolik</strong></p>
<p>Das   altrömische „Rutenbündel“ („Fasces“) als Zeichen römisch-imperialer Macht   wird zum Symbol der faschistischen Bewegung und des faschistischen Staates</p>
<p>&nbsp;</td>
<td width="307" valign="top"><strong>Die „Sturmabteilungen“ (SA) </strong></p>
<p>1920:   Gründung der „Sturm-Abteilung“ (SA) als paramilitärischer Verband für   öffentliche Demonstrationen, aber auch als Kampftruppe für den Bürgerkrieg.</p>
<p>Parallel   dazu Gründung der „Schutz-Staffel“ (SS), die später im Krieg militärische   Einheiten („Waffen-SS“) stellte.</p>
<p>Nach der   Machtergreifung Ausübung polizeilicher Funktionen nach faschistischem Vorbild   (Verhaftung von Regimegegnern und deren Abführung in Konzentrationslager).</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Hemd als Uniformierung</strong></p>
<p>Das   einheitliche Braunhemd diente bei der SA als Uniformierung.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Standarten</strong></p>
<p>Neben   Fahnen wurden die im deutschen Raum nie üblich gewesenen Standarten nach   faschistischem Vorbild eingeführt.</p>
<p><strong>Historische Symbolik</strong></p>
<p>Das   germanische Sonnensymbol des „Hakenkreuzes“ wird als Zeichen altgermanischer   Größe zum Symbol der nationalsozialistischen Bewegung und des NS-Staates.</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p><strong>Die Ideologie &#8211; der korporativ gegliederte Staat</strong></p>
<table border="1" cellspacing="0" cellpadding="0">
<tbody>
<tr>
<td width="307" valign="top">Der Staat   wird korporativ bzw. ständisch gegliedert &#8211; Absage an den Klassenkampf.</p>
<p>Hierarchische   Führungsstruktur mit strikter Befehlskette von oben nach unten.</td>
<td width="307" valign="top">Der Staat   wird korporativ bzw. ständisch gegliedert &#8211; Absage an den Klassenkampf.</p>
<p>Hierarchische   Führungsstruktur mit strikter Befehlskette von oben nach unten.</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p><strong>Die „Führer“</strong></p>
<table border="1" cellspacing="0" cellpadding="0">
<tbody>
<tr>
<td width="307" valign="top"><strong>Der „Duce“ („Führer“)</strong></p>
<p>Mussolini   fungierte von Anfang an als „Duce“ („Führer“) der „Fasci“, schließlich als   „Duce“ der gesamten Nation und des „Impero“ („Imperiums“).</td>
<td width="307" valign="top"><strong>Der „Führer“</strong></p>
<p>Hitler   ist der „Führer“ der NSDAP, später des gesamten „Großdeutschen Reiches“</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Die Gleichschaltung &#8211; die Einheitspartei</strong></p>
<table border="1" cellspacing="0" cellpadding="0">
<tbody>
<tr>
<td width="307" valign="top"><strong>Die Abschaffung der politischen   Konkurrenz</strong></p>
<p>Verbot   aller Parteien außer des PNF. Die Parteiformationen durchdringen das gesamte   öffentliche Leben.</td>
<td width="307" valign="top"><strong>Die Abschaffung der politischen   Konkurrenz</strong></p>
<p>Verbot   aller Parteien außer der NSDAP. Die Parteiformationen durchdringen das   gesamte öffentliche Leben.</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p><strong>Die Staatsjugend</strong></p>
<p><strong>In Südtirol wurden deutsche Kinder in die faschistische Staatsjugend gezwungen</strong></p>
<table border="1" cellspacing="0" cellpadding="0">
<tbody>
<tr>
<td width="307" valign="top">Uniformierte   Parteijugend, die zur Staatsjugend umfunktioniert wurde.</td>
<td width="307" valign="top">Uniformierte   Parteijugend (HJ und BdM), die zunehmend zur Staatsjugend umfunktioniert   wurde.</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Der imperiale Gedanke</strong></p>
<p><strong>Noch heute verkündet im faschistischen Freilichtmuseum Südtirol eine Aufschrift auf dem Justizpalast in Bozen, dass man „für das italische Imperium mit Tapferkeit, mit der faschistischen Funktionärs-Hierarchie und mit Zähnen und Klauen“ zu kämpfen habe. (So sah dann auch bis in die späte Nachkriegszeit die Rechtsprechung in diesem Faschistentempel aus!)</strong></p>
<table border="1" cellspacing="0" cellpadding="0">
<tbody>
<tr>
<td width="307" valign="top">Nach dem   Raub- und Eroberungskrieg gegen Abessinien verkündete Mussolini am 9. Mai   1936 die Annexion der besetzten afrikanischen Gebiete und den Beginn eines   neuen „Impero“ nach römischem Vorbild.</td>
<td width="307" valign="top"><a title="blocked::http://de.wikipedia.org/wiki/Adolf_Hitler" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Adolf_Hitler">Adolf Hitler</a> verkündete am 1. September 1933   offiziell, dass der von ihm geführte Staat ein „Drittes Reich“ sei, das   „tausend Jahre“ dauern werde.<sup> </sup>Damit wurde der Staat   propagandistisch in die   Nachfolgetradition des „Römischen Imperiums“ und des „Heiligen Römischen   Reiches deutscher Nation“ gestellt.</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p><strong>„Lebensraum“-Ideologie</strong></p>
<p><strong>Italienische Kolonisation &#8211; Siedlungen in Äthiopien und Libyen &#8211; Verdrängung der Einheimischen</strong></p>
<table border="1" cellspacing="0" cellpadding="0">
<tbody>
<tr>
<td width="307" valign="top">Neuer   Lebensraum im nördlichen Afrika für italienische Siedler.</p>
<p>&nbsp;</td>
<td width="307" valign="top">Neuer   Lebensraum in den eroberten und noch zu eroberten Ostgebieten für deutsche   Siedler.</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p><strong>Die Rassenideologie</strong></p>
<p><strong>Faschistische Zeitschrift „La Difesa della Razza“ &#8211; „Die Verteidigung der Rasse“ &#8211; mit offener Diskriminierung von Farbigen und Juden</strong></p>
<table border="1" cellspacing="0" cellpadding="0">
<tbody>
<tr>
<td width="307" valign="top">Der   Faschismus installierte in seinen afrikanischen Kolonien ein System strenger   Rassentrennung und stellte „Rassenschande“ mit Einheimischen unter Strafe.   Die Überlegenheit der weißen Rasse wurde propagiert und „Rassenmischung“   gesetzlich verboten. 1938 wurden zusätzliche diskriminierende Rassengesetze   erlassen, welche sich direkt gegen die Juden in Italien richteten.</td>
<td width="307" valign="top">Hitler   kopierte Mussolinis Ideen mit den „Nürnberger Rassegesetzen“, welche sich &#8211;   mangels deutscher Kolonien &#8211; vor allem gegen Juden und Zigeuner in   Deutschland richteten.</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p><strong>Umsiedlung und Vertreibung</strong></p>
<table border="1" cellspacing="0" cellpadding="0">
<tbody>
<tr>
<td width="307" valign="top">Option   und teilweise Umsiedlung der Südtiroler (nur durch den Krieg gestoppt).</p>
<p>Umsiedlungen   und Vertreibungen in Afrika, Istrien, Slowenien.</td>
<td width="307" valign="top">Option   und teilweise Umsiedlung der Südtiroler (nur durch den Krieg gestoppt).</p>
<p>Umsiedlungen   und Vertreibungen in den Ostgebieten.</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p><strong>Die Säuberung von Namen aus Geschichte und Geografie</strong></p>
<table border="1" cellspacing="0" cellpadding="0">
<tbody>
<tr>
<td width="307" valign="top">Der Name   „Tirol“ musste verschwinden. Aus dem südlichen Tirol wurde „Alto Adige“   („Hochetsch“).</p>
<p>Der   Namenshinweis auf das Slawentum musste verschwinden. Aus dem italienisch   besetzten südlichen Slowenien wurde die „Provincia di Lubiana“.</td>
<td width="307" valign="top">Der Name   „Österreich“ musste dem Namen „Ostmark“ weichen. Aus „Oberösterreich“ und   „Niederösterreich“ wurden „Oberdonau“ und „Niederdonau“.</p>
<p>Der Name   „Polen“ musste verschwinden. Aus dem deutsch besetzten Teil Polens wurde das   „Generalgouvernement“.</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p><strong>Konzentrationslager &#8211; - Völkermord</strong></p>
<p><strong>Konzentrationslager El Abiar in der lybischen Wüste &#8211; Kinder im lybischen KZ &#8211; Massenmord in Äthiopien</strong></p>
<p><strong>Italienisches Konzentrationslager für Südslawen auf der Mittelmeerinsel Rab</strong></p>
<table border="1" cellspacing="0" cellpadding="0">
<tbody>
<tr>
<td width="307" valign="top">Konzentrationslager   in Afrika, Italien und auf Mittelmeerinseln.</p>
<p>Völkermord   im nördlichen Afrika.</td>
<td width="307" valign="top">Konzentrationslager   in den besetzten Ostgebieten und auf Reichsgebiet.</p>
<p>Völkermord.</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>&nbsp;</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/hochtirol.wordpress.com/821/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/hochtirol.wordpress.com/821/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/hochtirol.wordpress.com/821/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/hochtirol.wordpress.com/821/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/hochtirol.wordpress.com/821/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/hochtirol.wordpress.com/821/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/hochtirol.wordpress.com/821/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/hochtirol.wordpress.com/821/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/hochtirol.wordpress.com/821/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/hochtirol.wordpress.com/821/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/hochtirol.wordpress.com/821/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/hochtirol.wordpress.com/821/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/hochtirol.wordpress.com/821/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/hochtirol.wordpress.com/821/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=hochtirol.wordpress.com&amp;blog=8881362&amp;post=821&amp;subd=hochtirol&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Bozner Blutsonntag</title>
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		<pubDate>Sat, 02 Apr 2011 21:34:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>hochtirol</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Am 24. April jährt es sich neunzigstem Mal, daß der Faschismus erstmals in Südtirol seine häßliche Fratze gezeigt hat! Gewalttätige italienische Horden waren zu einer „Strafexpedition“ nach Bozen aufgebrochen. Ein Ermordeter (Franz Innerhofer) und rund 50 teils schwerverletzte Südtiroler waren die Opfer dieses von Mussolini angeordneten Überfalls. Mit dieser Gewaltorgie, dem kurz darauf folgenden „Marsch [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=hochtirol.wordpress.com&amp;blog=8881362&amp;post=815&amp;subd=hochtirol&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align:center;">
<div id="attachment_816" class="wp-caption aligncenter" style="width: 485px"><a href="http://hochtirol.files.wordpress.com/2011/04/bozner-blutsonntag-1.jpg"><img class="size-large wp-image-816 " title="Bozner Blutsonntag" src="http://hochtirol.files.wordpress.com/2011/04/bozner-blutsonntag-1.jpg?w=475&#038;h=614" alt="Bozner Blutsonntag" width="475" height="614" /></a><p class="wp-caption-text">Bozner Blutsonntag</p></div>
<p><strong>Am 24. April jährt es sich neunzigstem Mal, daß der Faschismus erstmals in Südtirol seine häßliche Fratze gezeigt hat! </strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Gewalttätige italienische Horden waren zu einer „Strafexpedition“ nach Bozen aufgebrochen.</strong></p>
<p><strong><span style="text-decoration:underline;"> </span></strong></p>
<p><strong><span style="text-decoration:underline;">Ein Ermordeter (Franz Innerhofer) und rund 50 teils schwerverletzte Südtiroler waren die Opfer dieses von Mussolini angeordneten Überfalls.</span></strong></p>
<p><strong><span style="text-decoration:underline;">Mit dieser Gewaltorgie, dem kurz darauf folgenden „Marsch auf Bozen“ als Test für den entscheidenden „ Marsch auf Rom&#8220;, begann  Europas Gang in das faschistische Verderben!</span></strong></p>
<p style="text-align:center;"><strong><span style="text-decoration:underline;"></p>
<div id="attachment_817" class="wp-caption aligncenter" style="width: 468px"><a href="http://hochtirol.files.wordpress.com/2011/04/bozner-blutsonntag-2.jpg"><img class="size-large wp-image-817 " title="Bozner Blutsonntag" src="http://hochtirol.files.wordpress.com/2011/04/bozner-blutsonntag-2.jpg?w=458&#038;h=614" alt="Bozner Blutsonntag" width="458" height="614" /></a><p class="wp-caption-text">Bozner Blutsonntag</p></div>
<p></span></strong></p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/hochtirol.wordpress.com/815/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/hochtirol.wordpress.com/815/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/hochtirol.wordpress.com/815/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/hochtirol.wordpress.com/815/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/hochtirol.wordpress.com/815/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/hochtirol.wordpress.com/815/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/hochtirol.wordpress.com/815/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/hochtirol.wordpress.com/815/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/hochtirol.wordpress.com/815/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/hochtirol.wordpress.com/815/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/hochtirol.wordpress.com/815/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/hochtirol.wordpress.com/815/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/hochtirol.wordpress.com/815/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/hochtirol.wordpress.com/815/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=hochtirol.wordpress.com&amp;blog=8881362&amp;post=815&amp;subd=hochtirol&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Tiroler sind keine Italiener &#8211; Freiheit für Südtirol</title>
		<link>http://hochtirol.wordpress.com/2011/03/16/tiroler-sind-keine-italiener-freiheit-fur-sudtirol/</link>
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		<pubDate>Wed, 16 Mar 2011 21:31:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>hochtirol</dc:creator>
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		<category><![CDATA[tiroler sind keine italiener freiheit für südtirol]]></category>

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		<description><![CDATA[<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=hochtirol.wordpress.com&amp;blog=8881362&amp;post=809&amp;subd=hochtirol&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_810" class="wp-caption aligncenter" style="width: 367px"><a href="http://hochtirol.files.wordpress.com/2011/03/tiroler-sind-keine-italiener.jpg"><img class="size-full wp-image-810" title="Tiroler sind keine Italiener" src="http://hochtirol.files.wordpress.com/2011/03/tiroler-sind-keine-italiener.jpg?w=450" alt="Tiroler sind keine Italiener"   /></a><p class="wp-caption-text">Tiroler sind keine Italiener</p></div>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/hochtirol.wordpress.com/809/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/hochtirol.wordpress.com/809/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/hochtirol.wordpress.com/809/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/hochtirol.wordpress.com/809/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/hochtirol.wordpress.com/809/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/hochtirol.wordpress.com/809/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/hochtirol.wordpress.com/809/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/hochtirol.wordpress.com/809/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/hochtirol.wordpress.com/809/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/hochtirol.wordpress.com/809/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/hochtirol.wordpress.com/809/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/hochtirol.wordpress.com/809/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/hochtirol.wordpress.com/809/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/hochtirol.wordpress.com/809/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=hochtirol.wordpress.com&amp;blog=8881362&amp;post=809&amp;subd=hochtirol&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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