Mit ‘freiheitskämpfer’ getaggte Artikel

Ohne Opfer keine Freiheit

Mai 1, 2010

Der bekannte Südtiroler Freiheitskämpfer Dr. Günther Andergassen, der dieser Tage seinen achtzigsten Geburtstag feierte, stellt seine Autobiographie vor.

Buchvorstellung Freiheitskämpfer Günther Andergassen

Buchvorstellung Freiheitskämpfer Günther Andergassen

Biografie Prof. Günther Andergassen

Biografie Prof. Günther Andergassen

Das ist der Titel der Lebenserinnerungen des Komponisten, Musikprofessors und ehemaligen Südtiroler Freiheitskämpfers Günther Andergassen. Das Buch ist anläßlich seines 80. Geburtstages am 17. April 2010 erschienen. Es enthält neben dem vollständigen Werkkatalog des Künstlers auch eine CD mit einer Auswahl seiner Kompositionen. Nach den einprägsamen Erlebnissen in der Zeit des Faschismus und des Nationalsozialismus, seinem Studium der Romanistik und seiner Musikausbildung schaffte Andergassen eine steile Karriere: Er wurde Dozent am Salzburger Mozarteum und am Innsbrucker Konservatorium und schließlich Direktor des Vorarlberger Landeskonservatoriums. Viele seiner Kompositionen erreichten internationalen Bekanntheitsgrad. Geprägt durch die Kindheitserlebnisse während des Faschismus in Südtirol und die Auswanderung infolge der Option, stellte sich Günther Andergassen in der Zeit höchster Not für eine außerordentliche Aufgabe im Dienste seiner Heimat Tirol zur Verfügung. Mit der großen Verhaftungswelle im Herbst 1961 war in Südtirol der „Befreiungsausschuß Südtirol“ (BAS) schwer getroffen worden. Aus den Carabinierikasernen tönten die Schreie der Gefolterten und die Folterer vermeinten frohlockend, daß der Widerstand gegen die „ethnische Lösung“ der Südtirolfrage so gut wie zerschlagen sei. Damals bedrohten nicht nur die Entnationalisierungsabsichten und die Unterdrükkungsmaßnahmen des Staates den Bestand der deutschen und ladinischen Volksgruppe, sondern es stand im römischen Parlament auch ein regelrechtes Vertreibungsgesetz zur Debatte. Auch in Österreich hatten führende Persönlichkeiten des Widerstandes vor der Verhaftung flüchten müssen. In dieser dramatischen Situation übernahm Andergassen die Leitung des „Befreiungsausschusses „Südtirol“ (BAS) in Nordtirol, begann neue Widerstandsstrukturen in Südtirol aufzubauen und führte auch selbst Anschläge durch. Von den 30 Jahren Haft, zu denen er im Zweiten Mailänder Prozess verurteilt wurde, verbrachte er sieben in verschiedenen italienischen Gefängnissen, bis er 1970 schließlich aus der Haft entlassen wurde. Günther Andergassen erhielt zahlreiche Ehrungen und Auszeichnungen, unter anderen die Päpstliche Medaille für seine Sakralmusik-Kompositionen, das Verdienstkreuz des Landes Tirol sowie das Silberne Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich.

Das Buch kann in jeder guten Buchhandlung bezogen werden!

Günther Andergassen:

„Ohne Opfer keine Freiheit – Autobiographie eines

Musikers und Freiheitskämpfers“

176 Seiten, 90 Bilder, Verkaufspreis: 19 Euro

Dem Buch liegt eine CD mit einer Auswahl aus dem

kompositorischen Werk des Autors bei.

Geleitende Worte ehemaliger Südtiroler Freiheitskämpfer zu dem

Lebensbericht ihres Freundes:

Liebe Landsleute, liebe Freunde des Landes Tirol und seiner Freiheit!

Gestatten Sie, daß wir Ihnen hiermit ein zeitgeschichtliches Werk besonderer Art vorlegen. Der Verfasser ist Prof. Dr. Günther Andergassen, ein herausragender Komponist unserer Zeit und ein bedeutender Musikwissenschafter und Musikpädagoge, der sich durch seine verdienstvolle Tätigkeit an der Musikhochschule Mozarteum in Salzburg, am Konservatorium in Innsbruck, am Institut für Musikwissenschaft an der Universität Innsbruck sowie am Vorarlberger Landeskonservatorium große Anerkennung erworben hat. Andergassen hat sich im Rahmen seines kompositorischen Schaffens auch um die Sakralmusik verdient gemacht, wie sein Werkkatalog eindrucksvoll beweist. Hohe staatliche und kirchliche Auszeichnungen waren der äußere Ausdruck der Anerkennung für sein großes kulturelles Schaffen. Der damalige Landeshauptmann von Tirol und jetzige Tiroler Landtagspräsident, Herwig van Staa, hat im Jahre 2005 Günther Andergassen in einer Festschrift zu dessen 75. Geburtstag als einen „der bedeutendsten Repräsentanten der Tiroler und österreichischen Musikwelt“ ebenso gewürdigt, wie als bedeutenden „Tiroler Patrioten, was besonders durch seinen Einsatz für Südtirol dokumentiert ist!“ Dieser von dem Landeshauptmann hervorgehobene Einsatz bestand in der Teilnahme am Südtiroler Freiheitskampf der 1960er Jahre. Was hat einen feinsinnigen Künstler wie Andergassen dazu veranlaßt, persönlich in führender Position an einem Kampf im Untergrund, in der Illegalität, teilzunehmen? Was hat diesen feinsinnigen und musischen Menschen dazu bewogen, sich der Gefahr der Vernichtung seiner beruflichen und bürgerlichen Existenz, der Verhaftung, dem Kerker und sogar dem möglichen Tod auszusetzen? Den in Magreid in Südtirol geborenen Günther Andergassen haben seine Herkunft, das Erleben des Faschismus, Heimattreue und Heimatliebe geprägt. Es waren außerordentliche Erlebnisse, die ihn mit klarer Überlegung und Entschlossenheit auf seinen selbst gewählten Weg geführt haben. Das Buch, welches Ihnen, geschätzter Leser, hier vorliegt, ist eine fesselnde Reise durch eine ebenso tragische, wie bewegende und auch schöne Zeit, in der Werte wie Treue, Mut und Liebe das damals schwere Schicksal Südtirols zum Schluß doch gewendet und in die Hände jüngerer Generationen gelegt haben, welche es in Zukunft gestalten werden. Günther Andergassen hat herausragenden Anteil an diesem Abschnitt der Zeitgeschichte und übergibt den Nachgeborenen neben einem reichen künstlerischen auch ein menschenrechtliches und politisches Erbe. Herwig van Staa hat in seiner Laudatio in der „Festschrift Günther Andergassen“ treffend gesagt: „Sein Wirken steht immer in Zusammenhang mit seiner Heimat“. Lassen Sie sich von dem bedeutenden Zeitzeugen Andergassen auf eine fesselnde Zeitreise durch die jüngere Vergangenheit Tirols bis in die Gegenwart mitnehmen! Sie werden Gewinn daraus ziehen! Wir wünschen Ihnen interessante und bewegende Lesestunden!

Dr. Herlinde Molling, Innsbruck

Klaudius Molling, Innsbruck

Univ. Prof. Dr. Erhard Hartung, Innsbruck

Sepp Mitterhofer, Meran-Obermais

Lied Andreas Hofer – Kaiserjäger

März 20, 2010

In Südtirol haben sich die letzten Jahre viele patriotische Rockbands formiert. Die bekanntest Band ist Frei.Wild und weit über die Unrechtsgrenze hinaus bekannt. Ein besonders tolles Lied unseres großen Helden Andreas Hofer hat die Band Kaiserjäger aus Brixen im fernen Jahr 2000 geschrieben. Wer genau hinhört, kann die Stimme des heute in einer anderen Band singenden und sehr bekannten Sängers erkennen.

Hans Stieler – Freiheitskämpfer

Januar 18, 2010
Hans Stieler ganz rechts - Stielergruppe

Hans Stieler ganz rechts - Stielergruppe

Abschied von einem großen Tiroler:

Hans Stieler – ein Leben für die Freiheit und die Heimat

Ein guter Kamerad, ein großer Tiroler Patriot und aufopfernder Mitstreiter ist von uns gegangen. Hans Stieler starb im Krankenhaus an einem Herzinfarkt. Wir gedenken seiner in tiefer Trauer.

Hans Stieler wurde 1926 in Gries bei Bozen geboren. Der Staat verpaßte ihm damals zwangsweise den italienischen Vornamen „Giovanni“. Als junger Bursch lernte er den Faschismus dann noch näher kennen: Die Zwangsitalianisierung, die gelenkte Zuwanderung, die Enteignung von Grund und Boden, die auch seine Eltern hart traf.

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Hofer ist und bleibt ein Idol

Januar 7, 2010

Andreas Hofer Bild

Andreas Hofer Bild

Andreas Hofer als Held verankert

Ob Freiheitskämpfer oder Landesheld, die Tiroler verehren ihren Andreas Hofer. Erst recht nach dem Gedenkjahr.

Innsbruck – Zum Start des Gedenkjahres machte sich LH Günther Platter Gedanken über Andreas Hofer. Er erklärte ihn zum Helden, der die Treue zu Gott und Vaterland gelebt habe. „Er war auch ein Mensch mit Fehlern und der Fehlentscheidungen getroffen hat“, erklärte er.
Stark im jungen Segment

Und damit ist er auf der Linie der Tiroler. Bei der TT-Umfrage zum Jahreswechsel am Ende des Gedenkjahres erklärten nämlich 69 % der Tiroler Andreas Hofer zum Freiheitskämpfer, für 16 % ist er der Tiroler Landesheld. Für 13 % ist er eine überschätzte historische Figur.

Dabei gehen die Meinungen von Frauen und Männern nur wenig auseinander. So erklärten etwa 66 % der Männer und 72 % der Frauen ihn zum Freiheitskämpfer. Die Anhänger dieser Beschreibung sind etwas verstärkter im jüngeren und älteren Segment zu finden. Dafür sind die meisten Anhänger der Überschätzungstheorie unter den 30- bis 49-Jährigen. Insgesamt haben sie dann übrigens auch einen höheren Schulabschluss. 19 % dieser stellen sich gegen die Verehrung.

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